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Glossar der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht

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Begriff Definition
Fastnachtsfeuer / Funken(feuer) / Scheib

Am Sonntag Invocavit meist, werden auf den Höhen um die Fastnachtsorte große Feuer entzündet, in denen Holzscheiben auf biegsame Stecken gesteckt (drum heißt’s „Stecken“), glühend gemacht und dann über eine Rampe ins Tal geschlagen werden, stets begleitet von einem lieben Spruch für einen lieben Menschen, wie Pfarrer, Bürgermeister oder spätere Ehefrau bzw. künftigen Ehemann. Beliebter Sport bei der Jugend umliegender Orte ist das vorzeitige Abbrennen des Konkurrenzhaufens. Kommt noch vor, nicht nur im Geschäftsleben, und kann zu Zerwürfnissen führen.

Fastnachtsspiel / Theater

Alter Brauch, an der Fastnacht ein Theater aufzuführen, das sich mit weltgeschichtlichen Themen befasst, aber auch Örtliches abhandelt. Manche können dies das ganze Jahr. Dieses Fastnachtstheater war besonders im 19. Jahrhundert weit verbreitet und beliebt. Es wird vereinzelt bis heute in manchen Orten wie zum Beispiel Haslach im Kinzigtal gepflegt. Tritt hin und wieder auch als Hexenprozess auf, was jedoch, merke!, einen geschickten Autor verlangt.

Fastnachtsverbrennen

Fastnachtsendbrauch am Fastnachtsdienstagabend. Die Fastnacht und damit die Sünde wird symbolisch verurteilt und verbrannt und damit beendet. Hat nichts mit der mittelalterlich-neuzeitlichen Hexenverbrennung zu tun. Andererseits doch, wenn man bedenkt, dass man die armen Sünderinnen einäscherte, um sie, zu ihrem Heil und eigenem Besten, an weiterem Irren zu hindern. Anderntags jedenfalls heißt es am Aschermittwoch: „Memento moriendum esse!“, von schreibfaulen Mönchen zu „Memento mori!“ verstümmelt, da sie es allbott niederkritzeln mussten. (Denk daran, dass du über kurz oder lang tot bist, und deine Spuren allenfalls im Archiv, wenn du brav bist, abgelegt werden. Und dort ruht schweigend Feind an Feind, friedlich in Ewigkeit vereint. Die Freunde liegen etwas weiter, jedoch auch diese nicht mehr heiter.)

Fastnachtsverse / Fastnachtslieder

Es existiert eine Unzahl an Narrenversen und Liedern, die seit eh und je an Fastnacht von Kindern (beim Heischen) und von Erwachsenen (beim Liedlisingen in den Wirtschaften oder beim Trunke) vorgetragen werden. „Hoorig isch diè Katz!“ und „D Mülleri het!“ usw. Manchmal unklaren Sinnes.

Fuchsschwanz

Am Narrengewand getragenes Accessoire [ack/ßeßwáár], das fälschlich als Zeichen eigener überlegener Schläue des Narren ausgegeben wird. Klingt gut, ist aber falsch. Der Narr trägt den Schwanz, weil dieser im Mittelalter als Zeichen der Falschheit und Durchtriebenheit Leute kennzeichnete, die nicht nach Gottes Ebenbild, so wie man es sich vorstellte, handelten, waren oder dachten: Körperlich und geistig Behinderte, Juden, Mohammedaner, Andersgläubige oder - liebende, Freigeister oder solche, deren Nase nicht derjenigen Gottes glich, von der man immer genau wusste, wie sie aussieht und oft heute noch weiß. Narren halt. Und im Mittelalter kennzeichnete man so gern wie heute. Jeder Stand trug sein Zeichen und seine Kleidung, damit klar war, wen Gott wo hingestellt hatte. Die einen trugen es gern, die anderen weniger. Die Französische Revolution hat damit aufgeräumt, wenigstens äußerlich. Allez, allez!

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