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Glossar der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht

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Begriff Definition
Narrenattribute

Vom Narren getragene Accessoires, die alle eine im christlichen Sinn verstandene Sünde symbolisieren, so zum Beispiel Völlerei, Unzucht, Eitelkeit und Egoismus, Lieblosigkeit, Falschheit, Lautheit usw.. Sie drücken einfach irdische Disharmonie aus, Unvollkommenheit. Kommen vor als Narrenkolben, Narrenpritsche, Narrenszepter, Hahnenkamm, Narrenwurst, Marotte, Fuchsschwanz, Glocken, Rätschen, Schneckenhäuschen, Stroh, Saubloderè u.a. Auch den Mollikopf wollen wir nicht vergessen. Ein jeder ist eingeladen, dazu seiner Fantasie freien Lauf zu lassen, wie dem Waldi am Morgen.

Narrenbaum

Ein etwas magerer Baum, der zu Beginn der Fastnacht oft fast endlos sich hinziehend langsam, von Zimmerleuten aufgestellt wird. Offensichtlich werden von den Werktätigen zwischendurch ausgedehnte Spaziergänge zum am weitesten entfernten Bier oder Viertele unternommen, damit es keiner sieht. Wird als Gegensatz zum Grünen Holz, dem Kreuz Christi, dem Lebensbaum, interpretiert als Dürres Holz, Totenbaum, wie es sich für ein Symbol der verkehrten, unharmonischen Welt, für die Fastnacht mit ihren gottleugnenden Narren, den Toten, gehört. Symbol der linken Gegenwelt, des Bösen. Passt gut in die Landschaft. Nachbarorte mit ihrem seltsamen Humor, streben danach, ihn, kaum mühsam aufgestellt, klammheimlich kichernd abzusägen. Von den Krankenkassen nicht gern gesehen, sorgt für chronischen Bluthochdruck. Die Rolle des Frühlingsboten aber übernimmt der weniger gerupft aussehende, wesentlich heiligere, freundliche und bänderumflatterte Maibaum. Juhei!

Narrenbuch

Buch, in dem Ereignisse des vergangenen Jahres eingeschrieben werden, die dem bzw. der Betreffenden oder Betroffenen maskiert unter die Nase gerieben werden. Oft reich bebildert. Fällt in den Bereich des Rügerechts der Narren.

Narrenbüttel

Ordnungskraft in der Fastnacht, besonders an Umzügen eingesetzt, am liebsten in leicht verfremdeter Polizeiuniform, was, glaubt man oft geäußerter Bekundung, eine ironische Distanz zur Staatsmacht ausdrücken soll. Wie sagt(e) der Elsässer?: „Un dü gläubsch s.“ Eigentlich, wie auch die Narrenräte, keine Narrenfigur, sondern Amtsträger des Vereins.

Narreneltern

Die ersten Narren, Adam und Eva, Stammeltern der Menschheit. Wollten mehr als betulich im Garten spazieren zu gehen, keine Freunde von Gartenschauen. Ließen sich von einer Schlange im Tourismusgeschäft mit unlauteren Mitteln, als Kostprobe unerhörter und exotischer Genüsse im Ausland, zum Verzehr fremdländischer Frucht verleiten, was aber leider mit der Buchung einer Fahrkarte einfach ins Unbekannte verbunden war. Bis heute. Oder, wer weiß was morgen ist? Narren halt. Und wir stammen davon ab. Darwin hat netterweise noch einen drauf gesetzt.

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