
Es handelt sich dabei um die Harnblase des Schweins, die, ausgekocht und aufgeblasen, an einen Stecken gebunden als Neckinstrument und Krachmacher verwendet wird. Ein schlagendes Symbol für die Todsünde der Eitelkeit: aufgeblasenes hohles Nichts, das zuweilen auch stinkt.
Von Narren getragene Lärminstrumente. Sie können in Form von runden Rollen oder in erhabener Glockenform auftreten, mitunter als Pärchen. Wie die anderen Krachmacher Rätschen, Pritschen, Peitschen, Kläpperle usw. symbolisieren sie die irdische Disharmonie, das Hässliche, Falsche und Unvollkommene im Gegensatz zur himmlischen Harmonie, dem Wahren, Schönen, Guten. Natürlich erfüllen sie dem Narren auch den Zweck, ganz einfach ein infernalisches Krachspektakel veranstalten zu können. Außerdem wohl Zeichen der Eitelkeit, aus der höfischen Mode des Mittelalters in die Fastnacht gesunken. Und vielleicht vertreiben sie ja auch böse Geister. Doch, wenn man sich die Welt so ansieht, ist dies wenig wahrscheinlich. Lauter schellen, ihr Narren!
Im Germanischen bzw. Deutschen gibt es kein ursprüngliches Wort für die Gesichtsverkleidung. Offenbar war das Bedürfnis nach Umsicht groß. Hat sich inzwischen aber gelegt. Die Herkunft des Wortes Maske, Larve oder Scheme wird aus dem Lateinischen genommen und mit dem schemenhaft Gespenstischen in Verbindung gebracht. Kleines Aperçu am Rande: Da die „Scheme“ mit Ölfarbe bemalt wurde und teils noch wird, ist es interessant darauf hinzuweisen, dass im Hebräischen „Öl“ „schemen“ [nmsch] heißt. Folgerungen aus dieser Tatsache bleiben der hypothetisierenden Fantasie überlassen, haben aber durchaus ihren Reiz, den wir nicht missen wollen.
Die Schlüsselübergabe ist Symbol einer als verkehrt empfundenen Welt, wenn angeblich einmal im Jahr nur für kurze Zeit die Narren regieren. Manch entmachteter gestandener Bürgermeister, zählt er klaren Sinnes die Häupter seiner ihn oben und unten, links und rechts umgebenden Lieben, wäre manchmal froh, er könnte ganz einfach vergessen, den Schlüssel wieder abzuholen. Der aber kommt immer wieder gnadenlos zurück.
Donnerstag der Woche vor Fastnacht. Ein Hochtag im Schwäbisch-Alemannischen. Das alemannische Wort „Schmutz“ bedeutet „Kuss“ aber auch „Fett“. Auf erstere Bedeutung wird viel zuwenig hingewiesen. An diesem Tag ist der Anfang des Verzehrens fetter Fastnachtsspeisen und Steigerung anderer Lustbarkeiten. Am frühen Morgen wird oft durch Katzenmusik oder ähnliches geweckt. Schwäbische Namensausprägungen sind Auseliger Donnerstag (Unseliger Donnerstag) und Glompiger Donnerstag (wohl gompiger Donnerstag von alem.-schwäb. gumpe / gompe d.h. springen, engl. to jump).