2010 bis Heute

2010
Die Hauptversammlung im Januar 2010 in Immendingen befasst sich mit der Neukonzeption des  Narrenschopf-Fastnachtsmuseums. Um diese umfangreiche Arbeit umsetzen zu können, wird eine Arbeitsgruppe unter Leitung von Dr. J. Schicht (Volkskunde) eingestzt. Sie umfasst Mitglieder aus verschiedenen Bereichen des Verbandes und Fachrichtungen: M. Fuchs (Kultureller Beirat, Museumsdesign), K. Hansert (Stiftung der schwäbisch-alemannischen Fastnacht), G. C. Jerg (Archivar, Volkskunde), A. Moser (Mitglied des Ehrenpräsidiums der VSAN), D. Rollko (Narrenschopf-Leiter, Betriebswirt) und F. Stehle (Verein Narrenschopf). Von den für die Konzeption geplanten rund Euro 350.000,00 sind etwa Euro 220.00,00 durch verbandsinterne Leistungen und Sponsorenhilfen abgedeckt. Auch Mitgliedsvereine geben Unterstützung: die Gole-Zunft Riedlingen baut dem Narrenschopf ein begehbares Goletor mit einem augenrollenden Gole. Von der Landesinnung der Holzbildhauer kommt die Spende einer kompletten Maskenschnitzerwerkstatt.

Ferner wird an der HV die Narrenzunft Meersburg aufgefordert, sich hinsichtlich ihrer Stellung zur Meersburger Hexengruppe definitiv zu äußern, um Klarheit über ihre Auffassung zur Verbindlichkeit von Verbandsstatuten zu schaffen.
Der Kulturelle Beirat gibt bekannt, dass er eine Datenbank, in der sämtliche Narrenfiguren der örtlichen Mitlgiedsvereine erfasst werden sollen, erstellt. Das Präsidium wird von der Hauptversammlung entlastet.

Die Narrenschelle 2010 wird an den Fernsehmoderator Frank Elstner verliehen. Günther H. Oettinger, Ministerpräsident a. D., wird zum Ehrennarren der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte ernannt. Die Feier des Ereignisses findet im Februar auf Einladung von Europaparkgeschäftsführer R. Mack, der auch die Laudatio auf Frank Elstner hält, und der Vereinigung in Rust statt.

Im März tagen in Bad Dürrheim die  Brauchtumsbeauftragten, Thema: „Dem Brauchtum Raum geben – örtliche Fasnet stärken“. Diskutiert werden künftige Möglichkeiten der örtlichen Fastnachtsgestaltung. 

Die Behindertenwerkstatt (Lebenshilfe) Schwenningen baut im September für die Museumsneukonzeption in der dritten Museumskuppel ein Rundpodest für den dort inszenierten Fastnachtsumzug mit Figuren aus dem Bereich der Vereinigung. Das Holz wird vom Sägewerk Streit, Hausach, gespendet. 

Im Oktober wird die Absicht des Villinger Maskenschnitzers Manfred Merz konkret, seine Sammlung Villinger Schemen aus drei Jahrhunderten dem Narrenschopf-Fastnachtsmuseum zu stiften, wo sie künftig dem öffentlichen Publikum präsentiert werden.

Auch im Oktober findet in Bad Saulgau die Herbstarbeitstagung statt. Es werden traditionell die Tagungen der Säckelmeister und der Archivare abgehalten. Darüber hinaus tagen diesmal auch die Medienbauftragten, und eine Informationsveranstaltung für neue Zunftmeister wird geboten. Der neue Internetauftritt der VSAN wird vorgestellt. 

Der in zweijährigem Turnus  zu vergebende, vom Sparkassenverband ausgestattete  Foschungspreis der Kulturstiftung der schwäbisch-alemannischen Fastnacht, geht im November an drei Preisträger:  Dr. Kerstin Bronner, Tübingen, Prof. Dr. Markus Tauschek, Kiel und Prof. Dr. Martin Sieber, Zöllikon / CH für ihre Arbeiten, welche die Fastnacht aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten.

2011
Im Januar findet in Furtwangen die Hauptversammlung der Vereinigung statt.  Wichtige Themen sind einmal die Neukonzeption des Museums Narrenschopf, wo noch Unwägbarkeiten der Finanzierung  zu überwinden und die Animation der Verbandsmitglieder zu tätiger Mithilfe zu bewältigen sind.
Weiters wird die Öffnung der Verbandsarbeit hin zu einer Partnerschaft mit allen Fastnachtsvariationen thematisiert, also deren  Einbindung in die gemeinsame Anstrengung, die Fastnacht in mit Brauch und Tradition vereinbare Gestaltung und hin zu einer lebendigen Zukunft zu führen.

Vizepräsident Dr. M. Lohner gibt aus beruflichen Gründen das Amt des Verbandsvizepräsidenten ab. Zu seinem Nachfolger wird O. Gäng, Markdorf, gewählt. Ferner wird eine Satzungsänderung angenommen, die künftighin zwei gleichberechtigte Vizepräsidenten zur Entlastung des Verbandspräsidenten vorsieht.

Weiters wird das Problem der Meersburger Burghexen angesprochen, wo  die Absicht bekundet wird, es unter Wahrung der Verbandsregularien, zu einer gütlichen Eingigung zu führen.

Der  Vortrag von Prof. Dr. W. Mezger, Freiburg, mit Titel „Der europäische Gedanke“,  wird dem Leitbild des Verbandes als Zusatzpapier angefügt. Dies zur Definition der Weiterentwicklung des Fastnachtsbrauches in seiner europäischen Dimension. In diesem Zusammenhang ist auch die Zusammenarbeit des Museums Narrenschopf mit mehreren europäischen Museen unter Federführung des Maskenmuseums in Binche / Belgien, im Rahmen des von der Europäischen Kommission geförderten Projekts IMMASK,  zu sehen. IMMASK läuft von September 2010 bis April 2012.

Mit großer Freude wird die Absicht des Villinger Maskenschnitzers Manfred Merz, seine Sammlung Villinger Schemmen aus drei Jahrhunderten dem Narrenschopf als Stiftung zu übereignen, von der Versammlung aufgenommen. Im Fastnachtsmuseum können sie künftig in thematisch passendem Rahmen einem breiten Publikum gezeigt werden.
Ebenfalls findet im Januar ein Benefizkonzert für den Narrenschopf in Bräunlingen statt, Leitung A. Dangel.

Im Februar wird der Sänger Tony Mashall im Rahmen einer Feier im Europapark Rust mit der Narrenschelle der Vereinigung ausgezeichnet. Die Laudatio hielt der im letzten Jahr mit der Narrenschelle ausgezeichnete Moderator Frank Elstner.

Seit Jahresbeginn, und verstärkt in Februar,  März und April, sind Umbau- und Verbesserungsarbeiten in der ersten Narrenschopf-Kuppel im Gange, damit anschließend mit dem Einbau der neuen Präsentationsinstallationen begonnen werden kann. In der dritten Museumskuppel wird zu gleicher Zeit ein Fastnachtsumzug mit wichtigen Narrenfiguren der Vereinigung aufgebaut. Diese Kuppel kann auch künftig für Sonderveranstaltungen genutzt werden. Während der Umgestaltungsarbeiten bleibt das Museum für das Publikum geöffnet. Dabei wird  etappenweise intern umgezogen, und die Arbeiten in den Kuppeln werden sukzessiv durchgeführt.

Im April hält der Verein Narrenschopf Bad Dürrheim in Engen seine Hauptversammlung ab.

Anfangs Mai findet wie jedes Jahr in Bad Dürrheim die Internationale Narrenbörse des Fastnachtsmuseums Narrenschopf statt. Zum ersten Mal ist nicht mehr die dritte Narrenschopf-Kuppel Schauplatz der Fastnachtsmesse. Aus Platzgründen hat sich der Verein Narrenschopf dazu entschlossen, die Veranstaltung künftig im Bad Dürrheimer Haus des Bürgers und dem Haus des Gastes abzuhalten. Wie immer wird die Messe  von einem Unterhaltungsprogramm im Rahmen des Narrenschopffestes begleitet, wobei die Fastnachtslandschaft Baar der Vereinigung für Bewirtung sorgt.

Im Oktober des Jahres findet die Herbstarbeitstagung der Vereinigung statt, und zwar in Bad Säckingen. Anschließend spricht die Vereinigung mit diversen Schweizer Zünften über das Thema einer Partnerschaft. Das Leitbild der Vereinigung ist  vom Kulturellen Beirat fertigformuliert und wird an der kommenden Hauptversammlung den Zünften übergeben werden.

Die Sanierung der Kuppel I des Narrenschopfes wird zum 16. 11. 2011, dem Datum der Stifterversammlung der Kulturstiftung, beendet. Im Januar 2012 findet die festliche Eröffnung statt.

2012

Die Hauptversammlung der Vereinigung wird diesmal am 07. Januar in Tettnang abgehalten, wobei die örtliche Narrenzunft dankenswerterweise kurzfristig die Ausrichtung der Versammlung für die aus organisatorischen Gründen verhinderte Narrenzunft Gengenbach übernimmt.

Präsident Roland Wehrle weist eingangs darauf hin, dass alle Vorstandsmitglieder des Verbandes ihre Arbeit ehrenamtlich in ihrer Freizeit leisteten, was sie aber nicht von der Pflicht entbinde, satzungsgemäße Beschlüsse zu fassen und dabei auf die Spielregeln des Leitbildes der Vereinigung zu achten. Er bitte darum, auch wenn dies offensichtlich nicht immer für alle ohne Gefühle der Missstimmung zu akzeptieren sei, satzungsgemäße Entscheidungen und die Entscheidenden, dennoch zu respektieren.

Als wichtigste Vorhaben des abgelaufenen Geschäftsjahres sind der Abschluss der Sanierung des Narrenschopfes in Bad Dürrheim und die Umsetzung der Museumsneukonzeption zu nennen. Die Finanzierung des mit rund € 850.000,00 zu Buch schlagenden Projektes, ist, nicht zuletzt auch durch Gewährung von Zuschüssen, gesichert. Nun verfügt die Vereinigung über eines der modernsten Fastnachtsmuseen Europas.

Ebenso weist  der Arbeitsplan die Vervollständigung des Verbandsleitbildes und eine Satzungserweiterung, durch die unter anderem das Amt eines zweiten, gleichberechtigten Vizepräsidenten ermöglicht wird, wie auch das Projekt „Partner der Vereinigung“, das Zünften anstelle der  Vollmitgliedschaft eine weniger bindende Interessensangleichung mit dem Verband ermöglichen soll, auf. Das Projekt stößt vor allem bei 13 Schweizer Fastnachtsgesellschaften auf großes Interesse. Die europäische Dimension des Fastnachtsbrauches im alemannischen Kulturraum soll so stärker zur Geltung gebracht werden. So wurde auch das Leitbild der Vereinigung um den europäischen Aspekt erweitert.

Für die endgültige Entscheidung über das Thema der „Burghexe“ in Meersburg werden die Grundlagen geschaffen.

Arbeitskontakte hinsichtlich Brauchgestaltung und –ausübung werden wie seit langem  mit der Arbeitsgemeinschaft der südwestdeutschen Narrenvereinigungen und –verbände, dem Alemannischen Arbeitskreis beim Regierungspräsidium Freiburg, dem Arbeitskreis Heimatpflege in Tübingen, dem Schwäbischen Dialektverein und dem SWR gepflegt.

Weiters kann nach langen Verhandlungen mit der Stadt Bad Dürrheim und der Kur- und Bädergesellschaft die den Narrenschopf betreffenden Besitzverhältnisse sinnvoll geregelt und die erste Narrenschopfkuppel erworben werden.

Nach den Berichten der besonderen Vertreter von Narrenschopf, Kulturellem Beirat, von Säckelmeister und Kassenprüfern, wird der Vorstand einstimmig entlastet.

Michale Hügle, Donaueschingen, wird einstimmig auf vier weitere Jahre in den Kulturellen Beirat gewählt.

Ebenfalls im Januar 2012 findet ein vom Leiter der Bräunlinger Stadtmusik Andreas Dangel organisiertes Benefizkonzert zugunsten des Narrenschopfes in Bräunlingen statt.  A. Dangel und W. Mezger führen durch das Veranstaltungsprogramm und bieten  einen umfangreichen und kurzweiligen Einblick in die Entwicklung der fastnächtlichen Musik.

Die Blätzlebuebezunft Konstanz richtet im Januar das Große Narrentreffen der Vereinigung aus.

Am 28. Januar wird der neugestaltete Narrenschopf im Beisein zahlreicher Gäste aus Narretei und Politik in festlichem Rahmen wieder eröffnet.

Im März wird die Narrenschelle der Vereinigung im Europapark Rust an Guido Wolf, Landtagspräsident, verliehen, wobei Cem Özdemir die Laudatio hält. Es handelt sich dabei nicht um eine Ehrung für Verdienste um die Fastnacht, sondern im Gegenteil um eine ironische Rüge für besonders amüsantes närrisches Verhalten. Da daran kein Mangel ist, hat die Narrenschelle eine große Zukunft.

Im April findet die jährliche Tagung der Brauchtumsbeauftragten der Vereinigung in Laufenburg statt, wo der Journalist Günter Schenk als Gastreferent spricht. Der kommissarische Leiter des Kulturellen Beirates Alois Krafczyk bemängelt dabei die schwache Anwesenheit der Verbandszünfte.

Wie jedes Jahr im Mai findet auch diesjahr wieder die Narrenbörse in Bad Dürrheim statt, deren Bewirtung von der Landschaft Schwarzwald übernommen wird.

An der Herbstarbeitstagung im Oktober in Tiengen werden die demografische Entwicklung und die damit verbundenen Probleme für den Fastnachtsbrauch ebenso wie die Finanzierung des laufenden Narrenschopfbetriebes und des Journals schwäbisch-alemannischer Fastnacht thematisiert.

Das Thema der Jugendarbeit in den Mitgliedszünften wird eingehend abgehandelt, ebenso die Veranstaltererklärung nach § 29 StVO, die GEMA, die Gespräche mit dem Bund Deutscher Karneval und der mittlerweile vollzogene Ausschluss der Narrenzunft Schnabelgiere Meersburg aus dem Verband.

Gastreferent ist  der Freiburger Volkskundler Professor Dr. W. Mezger. Er spricht zum Thema „Fastnacht, Heimat und Identität“. Daran anschließend werden die Ergebnisse der von der Vereinigung bei den Zünften durchgeführten Befragung zum Thema „Fastnacht und Heimat“ vorgestellt. Südkurier-Chefredakteur Stefan Lutz beleuchtet das Verhältnis der regionalen Presse zum Thema Heimat.

Hartwig Mahlke übergibt im Namen der Narrenzunft Vetter Guser, Sigmaringen, eine Spende an die Vereinigung.

Am Vormittag finden wie jedes Jahr die Tagung der Säckelmeister und die Veranstaltung der Zunftarchivare statt. Letztere besichtigen unter der Führung des Waldshuter Stadtarchivars Johannes Mies das städtische Archiv.

Der Forschungspreis der Kulturstiftung der schwäbisch-alemannischen Fastnacht wird im November in Stuttgart an den Tiroler Musikwissenschaftler und Fastnachtsforscher Prof. Dr. Th. Nußbaumer für seine Publikation „Fasnacht in Nordtirol und Südtirol“ verliehen.

2000 bis 2009

2000
Das Große Narrentreffen findet in Wangen im Allgäu statt. Das seit Jahren diskutierte Organisationskonzept für das Narrenschopf-Fastnachtsmuseum wird konkretisiert: Museum, Zentralarchiv und Geschäftsstelle sollen zu einem Zentrum in Bad Dürrheim zusammengeführt werden. Die Einrichtung einer Stiftung zu Erhalt und Weiterentwicklung von Museum und Archiv wird in Erwägung gezogen. Ferner wurden die Neugestaltung der jährlich erscheinenden Verbandszeitschrift "Narrenbote", ihre Umbenennung in "Journal Schwäbisch-Alemannischer Fastnacht" sowie die Fortentwicklung des Narrenfahrplans durchgeführt. Die VSAN präsentiert sich anlässlich eines Empfangs in der Berliner Landesvertretung Baden-Württembergs vor fast 1000 Angehörigen des Diplomatischen Corps, Abgeordneten und Vertretern aus Wirtschaft und Politik. Sie vermittelt so einen Eindruck des für den deutschen Südwesten charakteristischen Kulturgutes "Schwäbisch-Alemannische Fastnacht". Die Forschungspreisvergabe 2000, eine Sonderausstellung "Mummenschanz und Narretei" in Wangen, Kontakte zum SWR sind weitere wichtige Themen des Jahres.

2001
Die Vereinigung stellt den Betrieb ihres Zentralarchivs mit der Einstellung eines hauptamtlichen Archivars auf eine solide Basis. Das fachmännische Sammeln, Bewahren und Auswerten der umfangreichen, im Laufe der Jahre überkommenen Informationen zur schwäbisch-alemannischen Fastnacht, gewährleistet, dass diese adäquat an die kommenden Generationen weitergegeben, Forschung und interessierter Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden können. Die Tätigkeit als Archivar der Vereinigung wird vom Freiburger Volkskundler und Volkswirt Günther Camill Jerg übernommen. Im Narrenschopf wird durch Zusammenführung von Zentralarchiv, Geschäftsstelle der VSAN und derjenigen des Narrenschopf-Fastnachtsmuseums, ein erster konkreter Schritt zur Schaffung eines wirklichen, Mitgliedszünften und Öffentlichkeit dienenden Zentrums der schwäbisch-alemannischen Fastnacht unternommen. Die Beantwortung von Anfragen zum Thema Fastnacht aus anderen Verbänden und aus der Politik nehmen einen immer größeren Stellenwert ein und zeigen die Notwendigkeit eines schlagkräftigen Verbandes auf der Höhe der Zeit. Der Kooperationsvertrag mit dem SWR wird überarbeitet. Im Verein Narrenschopf e. V. Bad Dürrheim findet ein Vorstandswechsel statt. Neuer Vorsitzender wird der Donaueschinger Arnulf Oesterlein.

2002
Im Narrenschopf scheidet Vizepräsident Alex Moser aus Obernheim gesundheitshalber als Geschäftsführer aus. Nachfolgerin wird Doris Laubis aus Haigerloch. Auch der bisherige Geschäftsführer der VSAN, Uwe Schreiber aus Furtwangen, muss diese Tätigkeit aus beruflichen Gründen aufgeben. Das Amt bleibt bis zur Bestellung eines Nachfolgers vakant, was für das Präsidium eine hohe zusätzliche Arbeitsbelastung mit sich bringt. Bewährt hat sich der Ausbau des Narrenschopfes zu einer Koordinationsstelle zwischen Vereinigung, Archiv und Verein Narrenschopf mit dem Museumsbetrieb. Weitere Verbesserungsplanungen sind vorgesehen und müssen im Laufe des Jahres noch entschieden werden. Eine Strukturkommission hat die Aufgabenbereiche des Verbandes untersucht und erste Lösungs- bzw. Denkansätze für eine professionelle Verbandsstruktur erarbeitet. Eine Absage der Fastnacht wegen des bevorstehenden Golfkriegs wird von der Vereinigung nicht in Erwägung gezogen. Mit der Gründung der "Kulturstiftung der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht" am 16. November 2002 in Haigerloch haben Vereinigung und Mitgliedszünfte einen wichtigen Schritt zu Förderung und Erhalt des schwäbisch-alemannischen Brauchwesens getan. Der Forschungspreis der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte geht am 16. November 2002 an den Südwestrundfunk Stuttgart für seine langjährige, qualitativ hochstehende Berichterstattung über die schwäbisch-alemannische Fastnacht.

2003
Das Narrenschopf-Fastnachtsmuseum wurde vor 30 Jahren in Bad Dürrheim gegründet. Künftig wird die Kulturstiftung den Forschungspreis ausschreiben, so auch denjenigen für 2004. Um die reibungslose Herstellung des Narrenjournals zu gewährleisten, wird ein Redaktionsteam eingerichtet. Eine zweite Strukturkommission wird entscheidungsreife Vorschläge erarbeiten, über die an der Hauptversammlung 2004 entschieden werden muss. Ziel ist die Herstellung einer funktionierenden hauptamtlichen Geschäftsstelle im Narrenschopf, da das ehrenamtliche Engagement des Geschäftsführenden Präsidiums unter diesem hohen Maße an Belastung so nicht mehr fortgeführt werden kann, soll der Verband als brauchbare Interessenvertretung gegenüber der Öffentlichkeit seinen Zweck noch sinnvoll und verantwortbar erfüllen.

2004
An der Hauptversammlung 2004 der VSAN in Laufenburg wurde die von der Strukturkommission vorgeschlagene neue, gestaffelte Verbandsbeitragsstruktur beschlossen. Sie soll die Finanzierung von Geschäftsstelle und Zentralarchiv im Narrenschopf Bad Dürrheim für die Zukunft sicherstellen. Anlässlich der Hauptversammlung wird die Narrenzunft Henkerhaus Baienfurt als 69. Zunft in die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte aufgenommen. Am 24. und 25. Januar fand in Singen das Große Narrentreffen statt.

Der Forschungspreis der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht wurde am 16. November 2004, dem 80. Gründungstag der Vereinigung, in Sigmaringen im Namen der Kulturstiftung Schwäbisch-Alemannischer Fastnacht verliehen. Der mit € 2.000,00 dotierte Hauptpreis ging an Frau Dr. Christina Rosseaux-Frohn aus Dresden für ihre Doktorarbeit "Der organisierte Narr - Karneval in Aachen, Düsseldorf und Köln von 1823 - 1914". Der Zweite Preis mit € 1.200,00 wurde Herrn Dr. Jochen Schicht aus Hausach für seine Dissertation "Die Rottweiler Fasnet als heimatliches Symbol" verliehen. Herr Sven Kindler aus Schramberg erhielt eine Anerkennung von € 133,33 für seine Arbeit "mit Kummer und mit Sorgen ... eine Untersuchung zur ‚Da-Bach-Na-Fahrt' in Schramberg".

Im Laufe des Jahres wurde von einer Arbeitsgruppe aus Studenten des Instituts für Volkskunde bei Prof. Dr. Werner Mezger an der Universität Freiburg, von freiwilligen Mitarbeitern im Narrenschopf-Fastnachtsmuseum, von Mitgliedern des Kulturellen Beirats und vom Archivar der Vereinigung ein neues Museumskonzept für den Narrenschopf erarbeitet. Präsentation, Ästhetik und Technik des Museums sollen so auf den neuesten Stand gebracht werden.

Zwei große Sonderausstellungen zur Fastnacht fanden 2004 im Narrenschopf statt: Zu Jahresbeginn präsentierte sich die Schwarzwälder Narrenvereinigung dem regionalen Publikum. Danach zeigte der Vorsitzende des Kulturellen Beirates der Vereinigung, Jürgen Hohl aus Eggmannsried, eine Gesamtschau seines Schaffens als Schöpfer von Narrenfiguren. Im Herbst fand eine sehr schöne Ausstellung zur Tiroler Fasnacht statt, bei der sich zum ersten Mal alle wichtigen Fasnachtsorte aus Tirol und dem Ladinischen gemeinsam vorstellten.

Das Zentralarchiv der Vereinigung hat aufgrund der Abmachungen des Kooperationsvertrags zwischen Verband und SWR eine große Anzahl von Filmen über schwäbisch-alemannische Narrentreffen erhalten, die den Bestand beträchtlich erweitert und wertvoller gemacht haben. Der Ausbau der Archivbibliothek konnte dank privater Spenden zügig fortgeführt werden. Ebenso wurde der Vortragsraum beim Archiv weiter ausgebaut und genutzt.

2005
Der Januar eröffnete das Jahr mit sechs regionalen Narrentreffen.

Anlässlich der Hauptversammlung am 08. Januar 2005 in Bräunlingen wird Roland Wehrle aus Furtwangen erneut für 4 Jahre zum Präsidenten der Vereinigung gewählt. In das Amt des Säckelmeisters wird berufen Peter Schmidt aus Munderkingen und erneut zum Schriftführer Heinz-Peter Lauinger aus Radolfzell, beide für 4 Jahre. Hans-Jörg Kaufmann aus Stockach wird nach fast 30 Jahren als Säckelmeister verabschiedet und in das Ehrenpräsidium der Vereinigung berufen.

Zu Jahresbeginn fand im Museum Narrenschopf Bad Dürrheim eine Sonderausstellung über den Narrenfreundschaftsring Schwarzwald-Baar-Heuberg statt. Die Zünfte dieses jungen Verbandes setzten sich dabei gekonnt in Szene.

Bei der Hauptversammlung des Vereins Narrenschopf Bad Dürrheim im März, wurde Arnulf Oesterlein aus Donaueschingen nach 4 Jahren engagierter Tätigkeit ehrenvoll als Vorsitzender Vorstand verabschiedet. Hans-Jörg Kaufmann aus Stockach wurde zum neuen Vorsitzer und Etienne Chauvet aus Villingen-Schwenningen zu seinem Stellvertreter gewählt. Die Arbeit an der Konzeption einer Neugestaltung des Fastnachtsmuseums Narrenschopf wurde weitergeführt.

Das Museum Narrenschopf bekam im Mai mit dem Volkskundler Dr. Jochen Schicht aus Balingen zum ersten Mal einen hauptamtlichen Museumsleiter. Er war bis dahin Leiter des Tourismusamtes der Stadt Hausach i. K. Seine Aufgabe ist neben der Verwaltungsarbeit die Begleitung der konzeptionellen Weiterentwicklung des ausschließlich privat finanzierten Fastnachtsmuseums sowie der anstehenden technischen Probleme.

Ende Mai fand zum 9. Mal in Folge die neugestaltete Internationale Narrenbörse im Narrenschopf statt, und eine weitere Sonderausstellung mit etwa 100 Schwarz-Weiß-Bildern des Fotografen Hans Steinhorst schloss sich von Juni bis September an. Das Ausstellungsjahr endete mit der Ausstellung zur Basler Fasnacht, die vom November bis zum März 2006 andauert.

Die Herbstarbeitstagung der Vereinigung versammelt die Mitgliedszünfte am 08. und 09. Oktober in Möhringen zur Diskussion aktueller Probleme des Verbandes.

Am 06. Dezember erhielt Roland Wehrle für seine Verdienste um die Krebsnachsorgeklinik Tannheim als deren Geschäftsführer und seinen Einsatz für die schwäbisch-alemannische Fastnacht als Präsident der Vereinigung das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland am Bande.

2006
Die Hauptversammlung 2006 findet am 14. 01. in Ehingen / Donau statt. Es wurde von der Vereinigung eine Leitbildkommission eingesetzt, die einen inhaltlichen Leitfaden für die künftige Verbandsarbeit erarbeiten soll, der nach Diskussion mit den Mitgliedszünften Orientierungshilfe sein soll. Die Vereinigung dankt dem SWR für die jahrelange gute Zusammenarbeit. Durch eine umfangreiche Berichterstattung hat die schwäbisch-alemannische Fastnacht einen besonderen Stellenwert im Land erreicht. Die Überlassung von Filmkopien ermöglichen darüber hinaus den Aufbau eines hervorragenden Filmarchives zum Thema Fastnacht.

Ebenfalls im Januar findet in Mühlheim / Donau ein Benefizkonzert zur Unterstützung des Narrenschopfes statt. Der Reservemusikzug "Allgäu" spielt in der dortigen Festhalle ein Potpourri närrischer Marschmusik. Am 14. Februar findet im Narrenschopf eine Museumsnacht statt.Das Museum Narrenschopf ist aus 1200 Bewerbern als einer der 365 Orte im Rahmen der Initiative "Deutschland - Land der Ideen" ausgewählt worden. Schirmherr ist Bundespräsident Horst Köhler. Die Neuausrichtung des Museums bleibt weiterhin wichtige Aufgabe, so unter anderem Sanierung und Klimatisierung der Gebäude und Neukonzeptionierung der Dauerausstellung. Es müssen Sponsoren gewonnen werden, um das ehrgeizige Vorhaben durchführen zu können.

Im Mai veranstaltet der Verein Narrenschopf in Bad Dürrheim die sehr gut gelungene 10. Internationale Fachmesse als Jubliläumsnarrenbörse, zusammen mit einem Freiluftflohmarkt von 120 privaten Anbietern. Die Fastnachtslandschaft Bodensee-Linzgau-Schweiz organisiert erfolgreich den Wirtschaftsbetrieb.

Im Oktober wird in Kisslegg die Herbstarbeitstagung abgehalten und Seminare für Säckelmeister und Archivare geboten.

Am 16. November verleiht die Kulturstiftung der schwäbisch-alemannischen Fastnacht ihren Forschungspreis dem Volkskundler Walter Stolle vom Hessischen Landesmuseum für seine Arbeit über alte Masken aus der Rhön. Ein Anerkennungspreis geht an Andrea Hipp, Augsburg, für ihre Magisterarbeit zum Thema "Regionaler Brauch im Fernsehen". Die Kulturstiftung widmet sich auch weiterhin der Förderung des Narrenschopfs, der Ergänzung und dem Ausbau des Zentralarchivs durch Ankauf von antiquarischen Dokumenten und organisiert die Vergabe des Forschungspreises alle zwei Jahre. Sparkassenpräsident Peter Schneider konnte als Stiftungsrat für die Kulturstiftung gewonnen werden.

Weitere erwähnenswerte Veranstaltungen im Narrenschopf waren 2006 eine Mundartlesung mit Wafrö (Walter Fröhlich), eine Modelleisenbahnausstellung sowie eine Kunsthandwerkeradventsausstellung.

2007
Im Januar werden der Freiburger Regierungspräsident Sven v. Ungern-Sternberg und der Villinger Maskenschnitzer Manfred Merz für ihre Verdienste um die schwäbisch-alemannische Fastnacht zu Ehrennarren der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte ernannt.

Die Hauptversammlung 2007 findet in Wangen im Allgäu statt. Alex Moser wird dort als Vizepräsident verabschiedet und für seine langjährigen Verdienste um Vereinigung und schwäbisch-alemannische Fastnacht zum Ehrenpräsidiumsmitglied ernannt. Zu seinem Nachfolger wird Dr. Michael Lohner, Bürgermeister von Munderkingen, bestellt.

Im Februar erhält der ehemalige Tübinger Regierungspräsident und jetzige Ministerialdirektor im Stuttgarter Finanzministerium, Hubert Wicker, für seine stete Unterstützung der schwäbisch-alemannischen Fastnacht die Narrenschelle 2007 der Vereinigung.

Nach kurzer schwerer Krankheit verstirbt im April der ehemalige Schriftführer des Vereins Narrenschopf und langjährige Förderer von Vereinigung und schwäbisch-alemannischer Fastnacht, Horst Rössler, aus Hausach.

Im Oktober werden anlässlich der Herbstarbeitstagung der Vereinigung in Markdorf deren Richtlinien zu Narrentreffen verabschiedet. Es wird ferner das Thema "Alkohol und Gewalt in der Fastnacht" diskutiert. Ende Oktober verläßt Museumsleiter Dr. Jochen Schicht den Narrenschopf, um eine Aufgabe bei der Stadt Rottweil zu übernehmen. Er engagiert sich aber weiterhin für den Narrenschopf als nebenberuflicher Leiter der Arbeitsgruppe zur Neukonzeption des Museums. In dieser Gruppe arbeiten außer ihm Alex Moser, Michael Fuchs, Frank Stehle und Günther Camill Jerg. Prof. Dr. W. Mezger, Freiburg, wirkt als wissenschaftlicher Berater am Konzept mit. Daneben wird auch ein technischer Ausschuss unter der Leitung des Bad Dürrheimer Architekten Michael Rebholz zur Durchführung der baulichen Arbeiten am Museum gebildet. Das Präsidium der Vereinigung, insonderheit Präsident Roland Wehrle, wird auf dem Wege der Sponsorengewinnung für die Finanzierung des Projektes in Höhe von rund Euro 400.000,00 tätig. Es wird ebenfalls die Klärung der Grundstücksbesitzverhältnisse des Narrenschopfs auf den Weg gebracht und für alle Beteiligten mit einem Erbbauvertrag letztendlich gut gelöst.

Im Dezember übernimmt Frau Dr. Marion Diehm, Kusthistorikerin und Volkskundlerin aus Wertheim, die Museumsleitung. Eine Adventsausstellung und eine Modelleisenbahnausstellung beschließen im Museum Narrenschopf das Jahr.

2008
Zur Fastnachtseröffnung am 06. Januar 2008 bringt der SWR eine Livesendung zum Thema Fastnacht und Karneval aus dem Bad Dürrheimer Narrenschopf. Margit Sponheimer, Sonja Schrecklein, Werner Mezger, Gerd Motzkus sowie zahlreiche Fastnachter und Karnevalisten sorgen für eine abwechslungsreiche Vorführung.

Ebenfalls im Januar findet in Donaueschingen die Hauptversammlung der Vereinigung statt. Dort wird das Leitbild-Papier des Verbandes verabschiedet.
Jürgen Hohl, während 30 Jahren Vorsitzer des Kulturellen Beirats der Vereinigung, wird mit stehendem Applaus in den ehrenvollen Ruhestand verabschiedet. Sein herausragendes Engagement für die Fastnacht ehrt der Verband im Rahmen des Narrentreffens in Bad Waldsee besonders. Das gelungene Große Narrentreffen in Bad Waldsee sowie die Verleihung der Goldenen Narrenschelle der Vereinigung an Ministerpräsident Günther Oettinger, sind weitere herausragende Ereignisse der schwäbisch-alemannischen Fastnacht.

Ende April verläßt Frau Dr. Diehm auf eigenen Wunsch den Narrenschopf, und im Mai findet die 12. Internationale Narrenbörse mit Flohmarkt und gelungenem Narrenschopffest statt.

An der Herbstarbeitstagung im Oktober in Triberg referiert der Volkskundler Prof. W. Mezger zum Thema "Fastnacht als europäisches Kulturerbe", um die internationale Vernetzung des Brauches deutlich zu machen und Wege für die Zukunft aufzuzeigen. Ebenfalls finden wieder die traditionellen Veranstaltungen für die Säckelmeister von Peter Schmidt und für die Archivare von G. C. Jerg statt.

In Hornberg tagt am 16. November die Stifterversammlung der Stiftung der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht. Turnusgemäß wird 2008 auch der Kulturpreis verliehen. Er geht an den Schweizer Volkskundler Dr. Werner Röllin aus Wollerau im Kanton Zug. Mit dem Preis wird sein Werk zur Narrenfigur des Märchler Rölli ausgezeichnet.

Zum Jahresende kann die Vereinigung den auf Kultur- und Freizeitmanagement spezialisierten Dipl.-Betriebswirt (FH) Daniel Rollko aus Crailsheim für die Museumsleitung gewinnen. Er wird sein Amt Anfang Januar 2009 antreten.

2009
Im Januar 2009 tagt die Hauptversammlung der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte in Konstanz. Präsident Roland Wehrle kann rückblickend auf das Vorjahr den Erwerb von Narrenschopfgebäuden, bisher Eigentum der Stadt und der Kur- und Bädergesellschaft Bad Dürrheim, als abgeschlossen bekanntgeben, ebenso die Aufnahme des Fastnachtsmuseums in das Landessanierungsprogramm zur Unterstützung bei der schwierigen Finanzierung notwendiger Renovierungsmaßnahmen und bei der Ausstellungsneukonzeption. Im Zuge einer anlässlich des 60. Geburtstags des Präsidenten R. Wehrle durchgeführten Sammelaktion, kommen für die Museumsumgestaltung € 12.000,00 zusammen.

Zur Fastnacht 2009 finden in Bad Cannstatt, Geisingen, Kißlegg und Stetten a. k. M. Narrentreffen statt.

Nach dem Ausscheiden des bisherigen Sprechers des Kulturellen Beirates der Vereinigung, Jürgen Hohl, zeigen sich gewisse Differenzen über die Neubesetzung des Amtes, die Aufgaben und die Qualität des Beirates und die dogmatisch richtige oder falsche Art, schwäbisch-alemannische Fastnacht zu gestalten. Um die Arbeit des Gremiums ohne Unterbrechung weiterführen zu können, wird für eine Übergangszeit Alois Krafczyk aus Haslach zum Kommissarischen Sprecher des Kulturellen Beirats berufen. Die Hauptversammlung der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte erteilt dem Geschäftsführenden Prasidium bei einer Enthaltungsstimme die Entlastung.
Bei den durch Auslaufen der Amtsperionde notwendigen Wahlen zur Neubesetzung verschiedener Verbandsämter, wird Roland Wehrle erneut mit 78 % der abgegebenen Stimmen zum Präsidenten gewählt. Heinz-Peter Lauinger, Radolfzell, wird wieder zum Schriftführer, Uwe Schreiber, Furtwangen, wieder zum Pressereferenten der Vereinigung bestellt. Zu Landschaftsvertretern werden R. Gwinner, Baar, O. Gäng, Bodensee-Linzgau-Schweiz, M. Stöhr, Donau und P. Wack, Hochrhein, gewählt. Ferner vergibt die Hauptversammlung das Große Narrentreffen 2012 nach Konstanz an die Blätzlebuebe-Zunft.

Im Mai 2009 findet in Bräunlingen die Jahrestagung der Arbeitsgemeinschaft Südwestdeutscher Narrenverbände statt, wo das von der Vereinigung herausgegebene "Leitbild", also Empfehlungen zur Gestaltung der Fastnacht, vorgestellt wird, das allgemein Anerkennung findet.

Im Sommer des Jahres kann die bauliche Sanierung des Narrenschopfs durch Neudeckung der Dächer und den Bau eines Windfanges weitestgehend abgeschlossen werden.

Die Herbstarbeitstagung der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte findet im Oktober in Ehingen an der Donau statt. Das Präsidium kann den Stand der bislang für die Museumsneukonzeption gesammelten Gelder mit rund € 150.000,00 angeben. Diese Neukonzeption wird die Fastnacht anhand von 14 Hauptthemen in ihren aktuellen und geschichtlichen Fassetten als lebendigen Erlebnisraum darstellen. Ziel ist dabei, die Ausstellung auf den neuesten Stand von Museumswissenschaft und Fastnachtsforschung zu bringen und so dem Publikum eine informative und unterhaltsame Schau zu Fastnacht und Vereinigung zu bieten. Wie jedes Jahr finden auch 2009 an der Herbstarbeitstagung die Seminare für Säckelmeister und für Archivare statt.
Ein Vortrag des Karnevalisten und Psychologen Wolfgang Oelsner aus Köln zum Thema "Karneval - Fest der Sehnsüchte", beschließt die Tagung und findet beim Fastnachterpublikum großen Anklang.

Im Dezember 2009 gibt die Landesstiftung Baden-Württemberg bekannt, dass sie die Neukonzeption des Schwäbisch-Alemannischen Fastnachtsmuseums "Narrenschopf" in Bad Dürrheim mit € 120.000,00 unterstützt. Damit ist der Gesamtbetrag der für die Museumsumgestaltung gesammelten Finanzmittel auf € 230.000,00 angestiegen und die Arbeiten können nun konkret beginnen, was sich, in Zeiten einer leichtfertig in Kauf genommenen Finanzkrise, engen fiskalischen Denkens und rücksichtsloser Bereicherung wohl sehen lassen kann.

1990 bis 1999

1990
Geisingen rief am 20./21. Januar zur Hauptversammlung; Alois Krafczyk, Haslach, wurde in den Kulturellen Beirat berufen. Der Gastzunftstatus von Zünften, der satzungsmäßig nicht vorgesehen war, wurde aufgehoben; es kann demnach nur noch Mitglieder in der Vereinigung geben. Eine vorgenommene Satzungsänderung bestimmte, daß der jeweilige Vorsitzende des Vereins Narrenschopf als Narrenschopfbeauftragter Mitglied des Präsidium der Vereinigung sein sollte. Demnach wurde Martin Blümcke, Pfullingen, wieder ins Präsidium berufen. Interne Regelungen für die Närrischen Staatsempfänge in Stuttgart, die Narrenempfänge im Regierungspräsidium Freiburg und in den kommenden, neuen Narrenempfängen im Regierungspräsidium Tübingen wurde vorgenommen. In der Herbstarbeitstagung am 6./7. Oktober in Bad Dürrheim wurde das bevorstehende Ausscheiden von Hans Linder Hirrlingen, aus dem Kulturellen Beirat bekanntgegeben und die neue Amtskette des Präsidenten, eine Stiftung des Ehepaars Rössler, Hausach, vorgestellt. Dr. Werner Mezger, Kultureller Beirat, referierte über das Thema „Beharrung und Wandel in der Fasnacht". Der Gedanke, den Narrenschopf baulich noch einmal zu erweitern, wurde kundgetan. Am 13./14. Okt. fand in Weingarten wieder ein Seminar der Diözese Rottenburg-Stuttgart statt, in der das Thema „Frauen in der Fasnacht" abgehandelt wurde. Am 17. November konnte in Stockach wieder eine Informationsveranstaltung über die Vereinsbesteuerung durchgeführt werden. Die jährlichen Besucherzahlen im Narrenschopf pendelten sich bei 25000 ein.

1991
Die Hauptversammlung in Ehingen am 10./11. Januar war überschattet durch die Golfkrise. In einer Presseerklärung bezog die Vereinigung Stellung zur Situation. Nach Ausbruch des Golfkrieges kam es durch Zugzwang zur Absage von Fasnachtsveranstaltungen, nachdem bereits im Vorfeld von Karnevalsvereinen ein Veranstaltungsverzicht kundgetan wurde. An den Tagen zwischen dem Schmotzigen Dunschtig und Aschermittwoch kam es zu „Spontanfasnachten" von einzelnen Narren und Zünften. Die „ausgefallene Fasnacht" regte an, intensiv über die Brauchform, den Sinn und Inhalt der schwäbisch-alemannischen Fasnacht, aber auch über ihre Bedeutung im Jahresablauf nachzudenken. Die Publikation, „Als die Narren Trauer trugen", von Dr. Werner Mezger, gab Aufschluß über den gesamten „Ausfall-Komplex". Am 13. April werden erstmals die Brauchtumsbeauftragten der Zünfte zu einer Arbeitssitzung mit dem Kulturellen Beirat nach Furtwangen einberufen. Die Herbstarbeitstagung am 19./20. Oktober in Lindau war geprägt von der Aufarbeitung der ausgefallenen Fasnacht und dem Willen, den Narrenschopf noch einmal zu erweitern. Der Verfolgung dieses Zieles, unter Einschluß einer finanziellen Eigenbeteiligung aller Mitgliedszünfte, wurde zugestimmt.

1992
Bonndorf war am 18./19. Januar Veranstalter der Hauptversammlung, in der die Erweiterung des Narrenschopfes, einschließlich einer finanziellen Beteiligung der Mitgliedszünfte, beschlossen wurde. Ein Bauausschuß, dem Baufachleute aus allen acht Fasnachtslandschaften angehörten, wurde gegründet. Eine Mitgliederumfrage ergab, daß bei den 68 Mitgliedszünften jährlich über 55000 Häs-, Maskenträger und Musikanten bei Narrensprüngen teilnehmen, wovon rund 50000 Mitglieder der einzelnen Zünfte seien. Bad Cannstatt war Ausrichter des Großen Narrentreffens am 1./2. Februar das über 11 000 Umzugsteilnehmer, 250000 Zuschauer, 3 Schirmherren (Ministerpräsident Erwin Teufel, Ministerpräsident a. D. Lothar Späth und Oberbürgermeister Manfred Rommel) und erstmals eine hervorragende Darstellung unseres Fasnachtsbrauchtums bei einem Brauchtumsabend auf der Bühne, sowie eine Live-Übertragung durch das SDR-Fernsehen, registrieren konnte. Saulgau bat am 11. April die Brauchtumsbeauftragten der Zünfte zur gemeinsamen Sitzung mit dem Kulturellen Beirat, um das von Dr. Werner Mezger vorgetragene Thema, „Ursprünge der Fasnacht" abzuhandeln. Am 26. Juni erfolgte durch den Präsidenten der Vereinigung, Horst Bäckert, und den Vorstand des Vereins Narrenschopf, Martin Blümcke, unter den kritischen Blicken von Bürgermeister Hagmann, Bad Dürrheim, der erste Spatenstich für den zweiten Erweiterungsbau des Narrenschopfs. In der Zeit vom 2. bis 4. Oktober führte das Präsidium der Vereinigung und der Vorstand des Vereins Narrenschopf die erste gemeinsame Kulturfahrt durch, die zum „Musee International du Carneval et du Masque" nach Binche, Belgien, führte. In der Herbstarbeitstagung am 24./25. Oktober in Triberg konnte sowohl über den erfreulichen Baufortschritt am Erweiterungsbau des Narrenschopfs, als auch über Sicherungen seiner Finanzierung berichtet werden. Der Kulturelle Beirat wurde personell durch Wulf Wager, Bad Cannstatt, Hartwig Mahlke, Sigmaringen und Heinz-Peter Lauinger, Radolfzell, erweitert. Dem Thema, „Kinder in der Fasnacht", abgehandelt von Dr. Werner Mezger wurde große Beachtung geschenkt. Am 11. November konnte das interne Richtfest am Narrenschopf gefeiert werden. Die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart lud am 14./15. November wieder nach Weingarten ein, wo das Thema „Närrisch sein - organisiert oder spontan" behandelt wurde. Der Narrenschopf erfreute sich an 27000 Besuchern.

1993
Unter dem Hohentwiel in Singen, fand am 16./17. Januar die Hauptversammlung statt, in der von den großartigen Arbeitseinsätzen einiger Zünfte am und im Narrenschopf, aber auch dem fast vollständigen Eingang der Finanzierungsbeiträge der Mitgliedszünfte berichtet werden konnte. Der Narrenbote erschien termingemäß mit 54 Seiten, wie im Vorjahr dank Daimler-Benz AG, sowie weiterer Spenden. Fix-Termine für Hauptversammlungen und Herbstarbeitstagungen bis zum Jahre 2000 werden festgelegt. Ein Arbeitsausschuß „Versicherungen" wurde gebildet. Eine neue, von Martin Blümcke ausgewählte Musikkassette mit Narrenmärschen und -liedern konnte vorgestellt werden. Am 7. Februar wurde der Narrensprung des Landschaftstreffens Oberschwaben-Allgäu aus Bad Waldsee vom SDR-Fernsehen live übertragen. Die Berufung von Prof. Dr. Gottfried Korff, Tübingen, Ludwig-Uhland-Institut, vervollständigte die personelle Besetzung des Kulturellen Beirats. Am 27. März konnte die Mitgliederversammlung des Vereins Narrenschopf mit dem offiziellen Narrenschopf-Richtfest verbunden werden. Am 24. April tagten die Brauchtumsbeauftragten der Zünfte mit dem Kulturellen Beirat in Rottenburg, wo der Dia-Vortrag von Günter Schenk, Mainz, „Gemeinsame Wurzeln der Fasnacht und des Karnevals in Europa" eine positive Diskussion auslöste. Anläßlich der Herbstarbeitstagung am 9./10. Oktober konnte berichtet werden, daß bisher 21 Zünfte durch Arbeitseinsätze am Erweiterungsbau des Narrenschopfes, aber auch einige namentlich genannte Einzelnarren tätig waren. Prof. Dr. Korff behandelte das Thema „Fasnachtstourismus unserer Zünfte", das durch ein zweites Referat von Dr. Werner Mezger ergänzt wurde. Die Kulturfahrt am 15. bis 17. Oktober führte das Präsidium der Vereinigung und die Vorstandschaft des Vereins Narrenschopf nach Kitzingen in das „Deutsche Fasnachtsmuseum". Die Bauarbeiten am Narrenschopf wirkten sich auf die Besucherzahl aus, es konnten nur deren 19000 registriert werden.

1994
Bad Dürrheim war am 14./15. Januar wieder einmal Ausrichter der Hauptversammlung, die die Möglichkeit bot, einen ersten Eindruck des gelungenen Narrenschopf-Erweiterungsbaus zu gewinnen. Der Firma BAT Kurmark wurde offiziell für die langjährige Unterstützung gedankt und über die Vorbereitungen zur ersten Sonderausstellung im Narrenschopf, „70 Jahre Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte" berichtet. Am 30. Januar erfolgte im SDR-Fernsehen die Live-Übertragung des Narrensprungs in Offenburg anläßlich des 150jährigen Jubiläums der Althistorischen Narrenzunft und am 6. Februar die des Landschaftstreffens in Hirrlingen. Am 19. März konnte die Mitgliederversammlung des Vereins Narrenschopf mit der Einweihung des Erweiterungsbaus des Narrenschopfs unter Anwesenheit von Ministerpräsident Erwin Teufel verbunden werden. Damit konnte der dritte Kuppelbau, der wegen der Unterbringung des Archivs voll unterkellert wurde, die neue Eingangshalle mit Toilettenanlagen und Versorgungsräumen ihrer Bestimmung übergeben werden. Die Einweihungsfeier war geprägt durch die Abstattung des Dankes an alle, die an diesem Werk beteiligt waren, insbesondere an den Architekten, Guido Rebholz, die Mitglieds- und Ausstellungszünfte für die Baukostenzuschüsse, Sonderleistungen in Form von zusätzlichen Geldspenden und vor allem auch für die hervorragenden Arbeitseinsätze, die von 29 Zünften und vielen Einzelnarren erbracht wurden, aber auch an alle Institutionen und Unternehmungen, die durch Zuschüsse und Spenden halfen, dieses Ziel zu erreichen. Stellvertretend für viele konnte insbesondere dem Ministerpräsidenten des Landes Baden-Württemberg, ErwinTeufel, und dem Bürgermeister von Bad Dürrheim, Gerhard Hagmann, gedankt werden. Am 16. April fanden sich die Brauchtumsbeauftragten der Zünfte mit dem Kulturellen Beirat in Meersburg ein, wo die Themen „Brauchtum am Sonntag Lätare (4.Fastensonntag)" durch Alois Krafczyk, Haslach, und „Fasnacht und Fernsehen" durch Dr. Werner Mezger, Rottweil, zur Diskussion gestellt wurden. Sehr große Aufmerksamkeit wurde in der Herbstarbeitstagung am 8./9. Oktober in Schramberg wieder der bevorstehenden Ausstellung gewidmet, aber auch dem Thema „Fasnacht auf Abwegen", in dem sich Dr. Werner Mezger kritisch mit abartigen Erscheinungsformen in der Fasnacht auseinander setzte. Am 29. bis 31. Oktober wird das Präsidium der Vereinigung und die Vorstandschaft des Vereins Narrenschopf ihre Kulturfahrt zur Tiroler Fasnacht nach Imst durchführen und am 19./20. November die Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart ein Seminar über dem Themenkreis „Fasnacht an Bildschirmen" anbieten. Am 26. November wird die erste Sonderausstellung im neuen Narrenschopf eröffnet werden, die sich der 70jährigen Geschichte der Vereinigung widmet, die nunmehr 68 Mitgliedszünfte umfaßt.

1995
Mit der Hauptversammlung in Radolfzell nahm das Jahr einen guten Anfang. Traurig endete das Jahr im Dezember durch das plötzliche Ableben des beliebten und unvergessenen Präsidenten Horst Bäckert, Lindau.

1996Neuer Präsident wird der bisherige Vizepräsident Roland Wehrle. Das große Narrentreffen findet in Waldkirch statt.

1997
In diesem Jahr fiel die Entscheidung, die neuen Medien, insbesondere das Internet, für die Vereinigung zu nutzen.

1998
Auf die Vereinigung kommen immer mehr besondere verbandsspezifische Verpflichtungen zu. So muss sie, wenn sie als Referenz für fachliche Probleme ernstgenommen werden will, mittels qualifizierter Aussagen zur schwäbisch-alemannischen Fastnacht Positionen abstecken und diese gegenüber den nachfragenden in- und ausländischen Medien, d.h. in der Öffentlichkeit, auch glaubwürdig vertreten. Hinzu kommen verstärkt die Interessensvertretung gegenüber Behörden, anderen Verbänden und Institutionen, der Interneteinstieg, der Aufbau des Zentralarchivs zusammen mit dem Informationszentrum und der Geschäftsstelle im Narrenschopf Bad Dürrheim als Zentrum der schwäbisch-alemannischen Fastnacht. Die Einrichtung der 1. Internationalen Narrenbörse im Narrenschopf, Sonderausstellungen sowie der von der Vereinigung zu vergebende Forschungspreis sind weitere wichtige Aufgaben, die bewältigt werden müssen, damit sich die Vereinigung als schlagkräftiger und ernstzunehmender Verband in der Gegenwart behaupten kann.

1999
Das 75. Verbandsjubiläum verlangt den Einsatz aller. In Stockach finden die Jubiläumsfeierlichkeiten statt. Ebenso erfordern die Herausgabe des das Jubiläum begleitenden Buchs zur organisierten schwäbisch-alemannischen Fastnacht und diejenige der ersten CD mit einer Auswahl schwäbisch-alemannischer Narrenmärsche alle Kräfte der Vereinigung. Ein Betriebs- und Organisationskonzept für das Narrenschopf-Fastnachtsmuseum wird entwickelt und soll verwirklicht werden. Die Vorbereitung des Großen Narrentreffens 2000 in Wangen im Allgäu rundet das Jahr ab.

1980 bis 1989

1980
In der Hauptversammlung am 12./13. Januar in Haslach wurde die Satzung des Fördervereins Narrenschopf verabschiedet. Wilhelm Kutter, Stuttgart, der bisher das Archiv verwaltete, gab dies an Rudi Schlatter, Donaueschingen, ab, der in dieser Funktion Mitglied des Kulturellen Beirats wurde. Am 26./27. Januar trafen sich die Mitgliedszünfte in Weingarten beim Großen Narrentreffen, an dessen Narrensprung über 50000 Zuschauer beiwohnten und dessen Schirmherr Baden-Württembergs Ministerpräsident Lothar Späth war. Am 19. April fand in Bad Dürrheim die Gründungsversammlung des „Verein Narrenschopf Bad Dürrheim" statt, bei der Martin Blümcke, Pfullingen, zum Vorstand, Walter Sieger Bad Dürrheim, zum stellvertretendenVorstand, Roland Wehrle, Furtwangen, zum Schriftführer und Guido Rebholz, Bad Dürrheim, zum Schatzmeister gewählt wurden. Der jeweilige Bürgermeister der Stadt Bad Dürrheim und der jeweilige Präsident der Vereinigung wurden satzungsgemäß „geborene" Vorstandsmitglieder. In der Herbstarbeitstagung am 25./26. Oktober in Rottenburg, wurde die Problematik „Fasnacht und Trachten", der Unsinn des Tragens von Fasnachtshäsern außerhalb der Fasnacht und die Finanzierung des Erweiterungsbaus des Narrenschopfs behandelt.

1981
Donaueschingen war Schauplatz der Hauptversammlung am 24./25. Januar, in der Werner Riegel, Aufen, zum neuen Schriftführer, in Personalunion mit dem Amt des Geschäftsführers, gewählt wurde. Roland Wehrle, Furtwangen, wurde in den Kulturellen Beirat berufen. Am 5. Juni erfolgte der erste Spatenstich zum ersten Erweiterungsbau des Narrenschopfs durch Vorstand Martin Blümcke, Präsident Karl Dilger und Bürgermeister Gerhard Hagmann. In der Herbstarbeitstagung am 24./25. Oktober in Löffingen konnte bereits über den Baufortschritt am Narrenschopf berichtet werden, aber auch über die beachtlichen Sachspenden und den Arbeitseinsatz einzelner Zünfte und Mitglieder an der Baustelle. Die Notwendigkeit, einen neuen Narrenschopfführer, in dem nicht nur eine Masken- und Häsbeschreibung der Ausstellungszünfte enthalten sein sollte, sondern auch deren Fasnachtsbräuche, wurde in Erwägung gezogen.

1982
Zell a.H. ist Gastgeber der Hauptversammlung am 22./ 23. Januar, in der das kommende Große Narrentreffen mangels Bewerbern nicht vergeben werden konnte. Es wurde für zukünftige Große Narrentreffen eine grundsätzliche Teilnehmerbeschränkung auf 150 Masken- und Hästräger einschließlich Narrenkapelle usw., ausgesprochen. Das Jahr ist gekennzeichnet von Bewältigungen innerer Probleme und persönlicher Querelen. Die Herbstarbeitstagung am 23./24. Oktober wird in eine außerordentliche Hauptversammlung umfunktioniert, nachdem sich ein Bewerber für das Große Narrentreffen 1984 gefunden hatte. Der Arbeitseinsatz und die Spendenbereitschaft der Zünfte zur Erstellung des Erweiterungsbaus des Narrenschopfs findet große Würdigung. Narrenschopf-Bausteine werden angeboten und dienen zur Finanzierung des Erweiterungsbaus.

1983
In der Hauptversammlung am 14./15. Januar in Meßklrch beginnt die von Horst Rössler, Hausach, initiierte „Narrenblechle-Aktion" zugunsten des Narrenschopfes Bad Dürrheim, ebenso aber auch eine verstärkte Öffentlichkeitsarbeit, die von der Firma Kurmark unterstützt wurde. Der Narrenempfang beim Regierungspräsidium Freiburg wurde erstmals durchgeführt. Unter Leitung von Jürgen Hohl, Weingarten, wird der neue Narrenschopf eingerichtet und dekoriert. Am 17. September konnte der Erweiterungsbau, d.h. der zweite Kuppelbau mit der kleinen Verbindungshalle und Versorgungsräumen, den darunter liegenden Archiv- und Stapelräumen feierlich eingeweiht werden. Prof. Dr. Herbert Schwedt scheidet aus dem Kulturellen Beirat aus. Die Vereinigung verhandelt im Auftrag der südwestdeutschen Narrenverbände mit der GEMA. In der Herbstarbeitstagung am 22./23. Oktober in Triberg werden den im Narrenschopf ausstellenden Zünften vom Verein Narrenschopf Leihverträge zugestellt.

1984
In der Hauptversammlung am 14./15. Januar in Bad Waldsee wird Wolfgang Obleser, Gengenbach, als neuer Pressereferent eingeführt, die „Sommerfasnacht" scharf verurteilt und der Wunsch geäußert, die Herbstarbeit nicht in Form einer Hauptversammlung durchzuführen. Am 28./ 29. Januar zogen anläßlich des Großen Narrentreffens über 11 000 Masken-, Hästräger und Musikanten unter einem strahlend weiß-blauen Himmel durch die Inselstadt Lindau (Bodensee) an weit über 50000 Zuschauern vorbei. Das Treffen stand unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Franz Josef Strauß und wurde erstmals außerhalb der Grenzen Baden-Württembergs durchgeführt. Am 3./4. November konnte die Herbstarbeitstagung zusammen mit einer Feier zum 60jährigen Bestehen der Vereinigung in Stockach begangen werden, aus deren Anlaß eine Ausstellung über die Geschichte der Vereinigung stattfand, die Rudi Schlatter, Donaueschingen, organisierte. Der Entwurf einer Geschäftsordnung des Kulturellen Beirates wurde vorgelegt. Der Narrenschopf konnte über 37500 Besucher registrieren.

1985
In der Hauptversammlung in Bräunlingen am 11./12. Januar wurde die Geschäftsordnung des Kulturellen Beirats beschlossen und erlassen. Die Vereinigung umfaßt jetzt 66 Mitgliedszünfte. Eine Ehrenordnung sollte ausgearbeitet werden. Neun bestehende Narrenverbände gründeten eine „Gemeinschaft der Mitglieder der schwäbisch--alemannischen Narrenvereinigungen und -verbände in Südwestdeutschland", um als Vertragspartner der GEMA geschlossener auftreten zu können. Die Vereinigung spielte bei der Gründung dieser Gemeinschaft eine entscheidende Rolle. Die Herbstarbeitstagung am 26./27. Oktober in Möhringen war durch die Berichterstattung über dieVerhandlungen mit der GEMA geprägt.

1986
In der Hochrheinstadt Waldshut tagte die Hauptversammlung am 10./11. Januar in der eine verstärkte Werbung für den Narrenschopf beschlossen wurde, nachdem die Besucherzahlen gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen sind. Die langdiskutierte Ehrenordnung wurde verabschiedet und in Kraft gesetzt und die Devise „Qualität vor Quantität" für Narrentreffen empfohlen. Horst Rössler Hausach, setzte eine neue „Narrenblechle-Aktion" in Gang. Im 60 Seiten starken Narrenbote wurde über unser Fasnachtsbrauchtum berichtet. Walter Sieger, Bad Dürrheim, tritt als Narrenschopfbeauftragter zurück, nachdem der Verein Narrenschopf Bad Dürrheim seinen Part übernommen habe. Die Vereinigung erhebt gegen die vom Kultusministerium des Landes Baden-Württemberg vorgesehene Ferienordnung Protest, die in der Fasnachtswoche „Ski-Ferien" vorsah. Der Rahmenvertrag zwischen der Gemeinschaft südwestdeutscher Narrenvereinigungen und -verbände und der GEMA kam zum Abschluß. Bad Säckingen beherbergte am 25./26. Oktober die Mitgliedszünfte zur Herbstarbeitstagung, in der wiederum die Anzahl der Narrentreffen kritisiert wird; die Stärkung der örtlichen Fasnacht habe Vorrang.

1987
Bei der Hauptversammlung in Wangen/Allgäu am 16./ 17. Januar konnte bekanntgegeben werden, daß die Auflage des 64seitigen, nunmehr 10 Jahre erscheinenden Narrenboten auf 3500 Exemplare gesteigert werden konnte. Der Grundsatz, in jeder Fasnachtslandschaft dürfe, wenn überhaupt, nur höchstens ein Landschafts- oder Narrentreffen stattfinden, wurde verkündet. Horst Bäckert, Lindau (Bodensee) wird zum neuen Vizepräsidenten gewählt, Roland Wehrle, Furtwangen, schied aus dem Kulturellen Beirat aus, der nunmehr nur noch 5 Mitglieder umfaßte. Die Neufassung des § 29,2 der Straßenverkehrsordnung, die die Teilnahme von landwirtschaftlich genutzten Fahrzeugen an Umzügen beinhaltet und gravierende Auflagen enthielt, konnte durch Aushandlung eines Kompromisses entschärft werden. Werner Riegel, Aufen und Horst Bäckert, Lindau (Bodensee), übernahmen vorübergehend die Aufgaben des Pressereferenten. Die Mitgliederversammlung des Vereins Narrenschopf wählte am 11. April Horst Rössler Hausach, zum neuen Schriftführer. Die Herbstarbeitstagung am 24./25. Oktober in Markdorf handelte in einem Fachvortrag die Problematik der „Besteuerung der Vereine" ab. Über die angelaufenen Arbeiten zur Neufassung des Narrenschopfführers wurde berichtet. Die jährlichen Besucherzahlen des Narrenschopfs pendelten sich bei 25000 Besuchern ein.

1988
Hüfingen war Austragungsort der Hauptversammlung am 15./16. Januar, in der zum neuen Pressereferenten Werner Engelsmann, Bad Säckingen, berufen wurde. Ein Modus für künftige Umzugsaufstellungen bei Großen Narrentreffen wurde festgelegt und eine Satzungsänderung beschlossen. Offenburg erlebte am 23./24. Januar das Große Narrentreffen, an dem wieder über 11 000 Umzugsteilnehmer, über 50000 Zuschauer und als Schirmherr Ministerpräsident Lothar Späth zu verzeichnen waren. Überschreitungen der auf 150 Umzugsteilnehmer am Großen Narrentreffen pro Zunft festgelegten Kontigentierungen wurden kritisiert. Der Ministerialerlaß über die Benutzung von landwirtschaftlichen Fahrzeugen bei Umzügen trat in Kraft. Die inflationäre Entstehung von Hexengruppen in derschwäbisch-alemannischen Fasnacht wurde Anlaß des Beschlusses, generell in Mitgliedszünften keine Hexengruppen mehr zuzulassen, geschweige denn sie in die Vereinigung aufzunehmen. Kisslegg im Allgäu richtete am 22./ 23. Oktober die Herbstarbeitstagung aus, in der Probleme der Narrenschopfführung, aber auch negative Verhaltensweisen von Hexen- und Maskenträgern behandelt wurden. In Weingarten veranstaltete die Katholische Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart am 29./30. Oktoberein vielbeachtetes Seminar über die Fasnachtshexe. Rund 35000 Besucher erwiesen dem Narrenschopf ihre Referenz.

1989
Die Hauptversammlung in Tettnang am 14./15. Januar stand unter dem Zeichen von Neuwahlen. Präsident Karl Dilger der zum Ehrenpräsidenten gewählt wurde und Schrift- und Geschäftsführer Werner Riegel, der Ehrenpräsidialmitglied wurde, nahmen ihren Abschied. Zum Präsidenten wurde Horst Bäckert, Lindau(Bodensee), zum neuen Vizepräsidenten Roland Wehrle, Furtwangen, und zum neuen Schriftführer Thomas Heitele, Riedlingen, gewählt; vom alten geschäftsführenden Präsidium blieb nur Säckelmeister Hans-Jörg Kaufmann, Stockach, im Amt. Willi Gehring, Offenburg, schied aus dem Kulturellen Beirat aus. Am 8. April wird erstmals eine Frühjahrssitzung des geschäftsführenden Präsidiums mit den Landschaftsvertretern als bleibende Einrichtung durchgeführt. Jährlich wechselnde, farbige Stimmkarten sollen für übersehbarere Abstimmungsergebnisse sorgen und die Herbstarbeitstagung wieder zu einer echten Arbeitstagung werden. Der nur noch vierköpfige Kulturelle Beirat wurde durch Aufnahme von Dr. habil. Werner Mezger, Rottweil, erweitert, somit das „wissenschaftliche Vakuum" beseitigt und beschlossen, daß jede Landschaft in ihm mit einem Mitglied vertreten sein sollte. Die Einräumung des Stimmrechts für die Landschaftsvertreter in Hauptversammlungen wurde verworfen. Am 14./15. Oktober führte Engen die Herbstarbeitstagung durch, in der in drei Vorträgen das „Hexen-Problem" aufgearbeitet wurde. Am 19. Oktober konnte der von Martin Blümcke verfaßte neue Narrenschopfführer in Bad Dürrheim vorgestellt werden. Im Narrenschopf wurden über 25000 Besucher registriert.

1970 bis 1979

1970
Bei der Hauptversammlung am 10./11. Januar in Bräunlingen, an der 54 Zünfte teilnahmen, bot Bad Dürrheims Bürgermeister und Kurdirektor Otto Weißenberger der Vereinigung einen von Bad Dürrheim aufgekauften, großräumigen, hölzernen Solebehälter, der bis 1969 der Rottweiler Sahne Wilhelmshall gehörte, für eine Schau des schwäbisch-alemannischen Fasnachtswesens an. Erfreut nahm die Narrenschar den angebotenen Kuppelbau an und schon wenige Wochen danach machte man sich konstruktive Gedanken über den „Narrenschopf", dessen Gesamtplanung dem Kulturreferenten Wilhelm Kutter übertragen wurde. Erstmals wurden auch Narren der Vereinigung vom Ministerpräsidenten des Landes BadenWürttemberg, Dr.Hans Filbinger zu einem närrischen Staatsempfang in die Villa Reitzenstein eingeladen, der wohl auf Anregung des Oberzunftmeisters der Breisgauer Narrenzunft (Freiburg), Willi Jäger zustande kam. Die Herbstarbeitstagung hielt man am 24./25. Oktober in Radolfzell ab.

1971
154 Zünfte folgten am 16./17. Januar der Einladung zur Hauptversammlung nach Furtwangen, in der Dr. Herbert Schwedt, Hirrlingen, an Stelle des ausgeschiedenen Hermann Bergers, Villingen, berufen wurde. Gleichzeitig wurde beschlossen, die Herbstarbeitstagung zusammen mit der Hauptversammlung des kommenden Jahres am 6./7. November in Sigmaringen, wegen des frühen Termins des Großen Narrentreffens, durchzuführen. In ihr wurde die Erweiterung der Aufnahmekommission auf fünf Personen festgelegt, der nun als Federführender Wilhelm Kutter, Stuttgart, Hans Bucher, Fridingen, Klaus Heim, Laufenburg/Baden, Dr. Herbert Schwedt, Hirrlingen und Karl Vollmer, Offenburg, angehörten. Als Pressreferent wurde Martin Blümcke, Stuttgart, berufen. Beim närrischen Staatsempfang in Stuttgart, der eine Dauereinrichtung wurde, sollten die Fasnachtslandschaften in wechselndem Turnus vorgestellt werden. Am 26. November konnte das Richtfest des Narrenschopfes in Bad Dürrheim, anläßlich der Aufstellung des ersten Kuppelbaus, gefeiert werden.

1972
Zu einer zwar überwältigenden, doch zeitlich überzogenen, umfangreichen Schau schwäbisch-alemannischen Narrentums wurde das Große Narrentreffen am 15./16. Januar, bei dem weit über 8000 Masken-, Hästräger und Musiker von 62 Zünften in mustergültiger Ordnung durch Konstanz zogen. Die Problematik des zeitlich mit 6 Stunden zulange dauernden Umzuges, gab in der Folge Anlaß zu regen Überlegungen, wie er gestrafft werden könnte. Die Herbstarbeitstagung am 28./29. Oktober übernahn Kisslegg im Allgäu.

1973
Rottenburg war wieder Ausrichter der Jahreshauptversammlung am 20./21. Januar in der das bisherige geschäftsführende Präsidium einstimmig wiedergewählt wurde. Nach langwieriger Arbeit vieler fleißiger Hände konnte am 4. Mai der „Narrenschopf" Bad Dürrheim, die Narrenschau der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte, der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dabei galten herzliche Dankesworte den Initiatoren dieses lebendigen Masken- und Fasnachtsmuseums, Bürgermeister und Kurdirektor Otto Weißenberger, Bad Dürrheim, Präsident Hans Ströhle, Markdorf, Kulturreferent Wilhelm Kutter, Stuttgart, und Zunftmeister Walter Sieger, Bad Dürrheim. Erstmals trafen sich die Präsidenten der zwischenzeitlich bestehenden Narrenverbände und -vereinigungen in Neustadt im Schwarzwald zu einem Gedankenaustausch. In Bad Dürrheim fanden sich am 27./28. Oktober die Mitgliedszünfte zur Herbstarbeitstagung ein.

1974
Im 50. Jubiläumsjahr fand die Hauptversammlung am 18./19. Januar in MühlheiIm/Donau statt, an der 59 von 62 Mitgliedszünften teilnahmen. Die besondere örtliche Bindung zum Narrenschopf legte es nahe, Walter Sieger, Bad Dürrheim, als Narrenschopf-Verbindungsmann in den Beirat des Präsidiums aufzunehmen. Nacha chtjähriger Arbeit wurde die „Narrenmarschbücher-Aktion" durch Herausgabe eines 37 stimmigen, für Musikkapellen geschriebenen Notenbuches, mit 61 Narrenmärschen, Dank großherziger Unterstützung durch die Firma „Lindner Falzlos-Gesellschaft KG Schömberg" zu Ende gebracht. Die Verdienste von Walter Lindner,Schömberg, und Wilhelm Kutter, Stuttgart, um dieses Marschbuch wurden dankbar gewürdigt. Das 50-jährige Jubiläum wurde am 21. September mit einem Festakt und einer Fotoschau in Stockach gefeiert. Alfons Wiesinger, Säckingen, erstellte aus diesem Anlaß eine Festschrift, welche die Geschichte der Vereinigung von 1924 bis 1974 eindrucksvoll darstellte. Sie erschien als 1. Band der Schriften der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte, herausgegeben von Wilhelm Kutter.

1975
In der Hauptversammlung am 11./12. Januar in Triberg wurde der Mitgliedsbeitrag auf DM 125,- erhöht. Ein bebilderter, in Buchform gefaßter Ausstellungskatalog des Narrenschopfes Bad Dürrheim soll herausgegeben werden. Martin Blümcke, Stuttgart, wird als neuer Pressereferent bestellt. Möhringen war am 25. Oktober Ausrichter der Herbstarbeitstagung.

1976
Geisingen lud am 17./18. Januar zur Hauptversammlung. Am 31. Januar/1. Februar wurde das Große Narrentreffen durchgeführt, bei dem laut Zeitungsberichten über 8000 Masken- und Hästräger und 2000 Musikanten durch Donaueschingen zogen. Über 40000 Zuschauer säumten die Straßen. Zur Herbstarbeitstagung traf man sich am 9./10. Oktober in Zell a. H.

1977
In der Hauptversammlung am 15./16. Januar in Tettnang stellte sich Hans Ströhle, Markdorf, nach 16-jähriger Präsidentschaft nicht mehr zur Wahl und ebenso das gesamte geschäftsführende Präsidium. In einem sehr bewegten Wahlgang, dem heftige Diskussionen vorausgingen, wurde Karl Dilger, Donaueschingen, zum Präsidenten, Walter Schneider, Stockach, zum Vizepräsidenten, Walter Sieger, Bad Dürrheim, zum Schriftführer und Hans-Jörg Kaufmann, Stockach, zum Säckelmeister gewählt. Werner Riegel, Aufen, wurde zum Geschäftsführer der Vereinigung bestellt. Hans Ströhle erfuhr ob seiner großen Verdienste um die Vereinigung eine große Ehrung; er wurde zum Ehrenpräsidenten mit Sitz und Stimme im Präsidium gewählt. In die Aufnahmekommission wurde für den ausscheidenden Karl Vollmer, Offenburg, Wilhelm Gehring, ebenfalls Offenburg, und Jürgen Hohl, Weingarten, berufen. Am 22./23. Oktober rief Säckingen zur Herbstarbeitstagung.

1978
Die Hegau-Stadt Engen beherbergte am 14./15. Januar 61 von 63 Mitgliedszünften zur Hauptversammlung. Wilhelm Kutter trat als Vorsitzender der Aufnahmekommission zurück; Jürgen Hohl, Weingarten, übernahm nunmehr deren Vorsitz. Der erste „Narrenbote der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte" konnte herausgegeben werden. Der Planungsgedanke, ein Archiv der Vereinigung in Bad Dürrheim aufzubauen, wurde geboren, ebenso kamen Überlegungen auf, den Narrenschopf zu erweitern. Die Vereinigung wurde ein eingetragener Verein, mit Sitz in Bad Dürrheim, und im Vereinsregister Villingen eingetragen. Am 28./29. Oktober traf man sich wiederum in Bad Dürrheim zur Herbstarbeitstagung, in der das Thema „Steuern der Vereine" und die Erweiterung des Narrenschopfes abgehandelt wurden.

1979
Die Vereinigung traf sich am 20./21. Januar in Waldshut zur Hauptversammlung. Die Aufnahmekommission wurde in Kultureller Beirat umbenannt, seine Mitglieder waren Jürgen Hohl, Weingarten, als Sprecher und Federführer Hans Linder, Hirrlingen, Prof. Dr. Herbert Schwedt, Dexheim, Klaus Heim, Laufenburg/Baden und Wilhelm Gehring, Offenburg. Guido Rebholz, Bad Dürrheim, begann mit den planerischen Vorarbeiten zur ersten Narrenschopf-Erweiterung, bei der ein zweiter Kuppelbau mit einer kleinen Verbindungshalle, darunter ein Archivraum und Toilettenanlagen, vorgesehen waren. Die notwendige Trennung der gemeinnützigen Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte e.V vom Narrenschopf wurde durch die Planung eines Födervereins Narrenschopf Bad Dürrheim vorbereitet. Eine vorläufige Ordenssatzung konnte als Entwurf vorgelegt werden. Am 3./4. November führte Gengenbach die Herbstarbeitstagung durch, in der vor allem die Narrenschopferweiterung und die Gründung eines Fördervereins zur Debatte standen.

1960 bis 1969

1960
42 Zünfte fanden sich am 16./17. Januar in Möhringen zur Hauptversammlung ein, in der Präsident Weibert Zehnder ankündigte, amtsmüde zu sein und die Versammlung aufforderte auf die Suche eines Nachfolgers zu gehen. Dr. Gustav Bender erläuterte die Neufassung der Satzung. Am 6./7. Februar war Singen Ausrichter des Großen Narrentreffens unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Kurt Georg Kiesinger. Am 30. März verstarb Präsident Weibert Zehnder; sein Stellvertreter Hans Ströhle, Markdorf, führte die Amtsgeschäfte weiter. Im Oktober wurde den Mitgliedszünften die neue Satzung der Vereinigung zugestellt.

1961
In der Hauptversammlung am 14./15. Januar in Furtwangen wurde die neue Satzung in Kraft gesetzt und ein Rahmenvertrag mit der GEMA einstimmig genehmigt. Zum Präsidenten wurde Hans Ströhle, Markdorf, zu seinem Stellvertreter Franz Möhringer Bonndorf, zum Schriftführer Wolfgang Zimmermann, Markdorf, gewählt und Fritz Weisbrod, Donaueschingen, in seinem Amt als Kassier bestätigt. Die Aufnahmekommission wurde mit Dr. Gustav Bender, Stockach (federführend), Hermann Berger, Villingen, Wilhelm Kutter, Stuttgart, Hermann Rambach, Waldklrch, Karl Vollmer, Offenburg, besetzt; Wilhelm Kutter wurde als Kulturreferent bestätigt.

1962
Säckingen beherbergte am 27./28. Januar die Mitgliedszünfte zur Hauptversammlung, in der Wilhelm Kutter klärende Worte zum Begriff „Fasnacht" fand, die er etwas später in einem Rundschreiben an die Zünfte über den geschichtlichen, nicht vertretbaren Rückgriff auf mittelalterliche Gründungsjahre und andere unliebsame Anhängsel an die bodenständige Fasnacht ergänzte. Angesichts der Sturmflutkatastrophe an der deutschen Nordseeküste vor dem Fasnachtssonntag, tauchte die Frage auf, ob die Fasnacht stattfinden soll oder nicht. Den Kern der Fasnacht als älteste deutsche Festkultur erkennend, wurde die Abhaltung der Fasnacht bejaht.

1963
Zur Hauptversammlung am 19./20. Januar trafen sich die Mitgliedszünfte im oberschwäbischen Weingarten. Sie verlief in seltener Harmonie und Einmütigkeit. Die kurz bemessene Fasnachtszeit des folgenden Jahres war Anlaß, die Hauptversammlung 1964 schon am 9./ 10. November in Mühlheim/Donau abzuhalten, zu der 18 von 51 Mitgliedszünften ihre Vertreter entsandten. Dr. Gustav Bender, Stockach, schied aus der Aufnahmekommission aus; Wilhelm Kutter, Stuttgart, wurde deren Vorsitz übertragen. Erstmals kam die Idee auf, für Häs und Maske aller Zünfte eine Heimstatt in Form einer Art Museum zu schaffen. Man war sich einig, diesen Gedanken weiter zu verfolgen.

1964
Am 18./19. Januar richtete Offenburg das Große Narrentreffen aus. Wilhelm Kutter unterteilte die schwäbisch-alemannische Fasnachtslandschaft unter Berücksichtigung ihres historischen Wachstums, landschaftlicher Gegebenheiten, sprachlicher Verwandtschaften und freundschaftlicher Bindungen in acht Regionen ein, wobei sich die Mitgliedszünfte der Vereinigung nach seinen Intentionen in den Landschaften Baar, Bodensee-Linzgau, Donau, Hegau, Hochrhein, Ober-
schwaben, Neckar-Alb und Schwarzwald finden sollten.

1965
Triberg war am 16./17. Januar Austragungsort der Hauptversammlung, in der noch einmal bekräftigt wurde, daß sie grundsätzlich im Januar abgehalten werden sollen. Herbert Scherzinger, Bräunlingen, wird zum neuen Stellvertreter des Präsidenten gewählt.

1966
Fünfzig Mitgliedszünfte trafen sich am 15./16. Januar in Pfullendorf zur Hauptversammlung, in der das Überhandnehmen und die allzu groß angelegten Freundschaftstreffen kritisiert wurden, Einladungen von Zünften ins Ausland sollten erst nach Vorlage und Entscheidung durch das Präsidium angenommen werden. Hans Keller, Pfullendorf, wurde zum neuen Schriftführer gewählt. Am 8./9. Oktober fand in Bonndorf die erste Herbstarbeitstagung statt. Ihr Sinn lag darin, bei den Zünften kritische Aufklärungsarbeit zu leisten. Die sich an einen Lichtbildervortrag Wilhelm Kutters anschließende fruchtbare Diskussion führte zum spontanen Entschluß, sie als Dauereinrichtung auch in Zukunft durchzuführen.

1967
Entgegen allen Beschlüssen fand die Hauptversammlung für 1967 bereits wieder am 5./6. November 1966 in Ehingen statt, bei der Dr. Herbert Schwedt vom Ludwig-Uhland-Institut Tübingen als Pressereferent vorgestellt wurde. Die Herausgabe eines Narrenmarsch-Buches, in dem etwa 60 Narrenmärsche in Buchform zusammengefaßt sein sollten, nahm Formen an und beschäftigte die Vereinigung während des ganzen Jahres. Die Herbstarbeitstagung richtete Donaueschingen am 14./15. Oktober aus.

1968
fanden sich am 13./14. Januar 50 von 55 Mitgliedszünften in Bad Dürrheim zur Hauptversammlung ein, in der das bevorstehende Große Narrentreffen und die Beiordnung eines Bilanzprüfers Grundlagen für ausgedehnte Diskussionen boten. In Bad Cannstatt beteiligten sich 36 Zünfte mit 5000 Narren am Großen Narrentreffen, bei dem am Vorabend auf dem Killesberg die Verschiedenartigkeiten und Vielfalt der Masken und Narrenkleidle der Vereinigung eindrucksvoll vorgestellt wurden. In Weingarten fanden sich am 28./29. September die Mitgliedszünfte zur Herbstarbeitstagung ein.

1969
Wellendingen richtete am 18./19. Januar die Hauptversammlung aus, in der das geschäftsführende Präsidium wiedergewählt wurde. Jede Fasnachtslandschaft sollte mit einem Mitglied im Beirat vertreten sein. Diese Vertreter wurden auch gewählt, was allerdings nicht ganz ohne Irritationen ablief. Schweizer Zünften wurde die ordentliche Mitgliedschaft zugestanden; sie wurden aufgefordert, Aufnahmeanträge zu stellen. Wolfach war am 4./5. Oktober Ausrichter der Herbstarbeitstagung. In Friedrichshafen schlossen sich eine Reihe von Narrenvereinen und -zünften zum „Internationalen Narrenring" zusammen, der später in „Alemannischer Narrenring" umbenannt wurde, während im Bereich des Bussen eine „ Vereinigung Freier Oberschwäbischer Narrenzünfte" entstand. In einer Besprechung mit dem „Internationalen Narrenring" (ANR)verwies Präsident Hans Ströhle auf Gemeinsames und Trennendes, bei letzterem insbesondere auf die teilweise alten Traditionen in Maske, Häs und fasnächtlichen Brauchabläufen seiner Zünfte und verteidigte nachdrücklich die Auffassung der Vereinigung, das alte schwäbisch-alemannische Narrentum zu vertreten.

1950 bis 1959

1950
Radolfzell ist am 21./22. Januar Veranstalter des ersten Großen Narrentreffens nach dem Zweiten Weltkrieg. In der Hauptversammlung am 18./19. November in Bonndorf waren die „Stammbäume" der Zünfte, deren geschichtlich zu bewertende Eingruppierung und das Tragen von Trachten in der Fasnacht Beratungsthemen.

1951
Das Hohe Grobgünstige Narrengericht zu Stocken lud zu einem Freundschaftstreffen ein. Die Mitgliedszünfte Elzach, Rottweil und Überlingen monierten die Vermassung des traditionsgebundenen Narrenbrauchtums und die Aufnahme von Zünften, denen es an alter Geschichte fehlte.

1952
In der Hauptversammlung am 12./13. Januar legte in Gengenbach Präsident Albert Fischer aus Altersgründen sein Amt nieder. Zu seinem Nachfolger wurde Weibert Zehnder, Villingen, zu seinem Stellvertreter Dr. Hermann Biesenberger, Oberndorf, zum Schriftführer Hermann Berger Villingen, und zum Kassier Josef Huger Villingen, gewählt. In Rottenburg wurde das Große Narrentreffen am 2./3. Februar durchgeführt, gegen das der Bischof von Rottenburg Bedenken hegte. Die GEMA forderte Tantiemen von den Zünften, was in der Jahreshauptversammlung in Engen am 29./30. November für Unruhe sorgte. Außerdem wurde eine fünfköpfige Aufnahmekommission gewählt, der Dr. Gustav Bender Stockach, Hermann Brack, Oberndorf, Albert Sayer Bräunlingen, August Schreck, Hechingen und Hans Ströhle, Markdorf, angehörten.

1953
Querelen und Auseinandersetzungen der Zünfte untereinander um Wahrung der Bräuche kennzeichnen das Jahr. Die alten Narrenzünfte Rottweil, Elzach und Überlingen erklären ihren Austritt aus der Vereinigung. Eine Hauptversammlung fand nicht statt, weil im November 1952 beschlossen wurde, sie in Zukunft im Januar abzuhalten und folglich 1953 keine weitere notwendig wäre.

1954
Die Hauptversammlung in Bad Dürrheim am 16./17. Januar stand unter dem Eindruck des Austrittes der Zünfte Rottweil, Elzach und Überlingen, in dem kein Sinn erkannt werden konnte. Das Jahr war geprägt von wiederholten, doch erfolglosen Werbungsversuchen des Bundes Deutscher Karneval, der auf einen Beitritt der Vereinigung drängte.

1955
Am 15./16. Januar tagte die Hauptversammlung in Hüfingen und beschäftigte sich wieder mit GEMA-Fragen,den Umgarnungsversuchen des BDK und den historischen Nachweisen der Zünfte. Das leidige BDK-Beitrittsproblem, das für die Vereinigung aber keines war hatte ein ungutes Nachspiel: Die Narrozunft Villingen, eine Gründungszunft, trat mehr aus persönlicher Verstimmung als aus sachlicher Begründung aus der Vereinigung aus.

1956
39 von 47 Zünften nahmen an der Hauptversammlung in Laufenburg am 14./15 Januar teil, in der Fritz Weisbrod, Donaueschingen, zum Kassier gewählt wurde. Das achte Große Narrentreffen, das nur alle vier Jahre im Olympia-Jahr stattfinden sollte, wurde am 28./29. Januar in Riedlingen unter dem Ehrenprotektorat von Ministerpräsident Dr. Gebhard Müller durchgeführt.

1957
Schömberg lud am 26./27. Januar zur Hauptversammlung ein, in der wieder der Wunsch auftauchte, die Zünfte nach ihrer geschichtlichen Vergangenheit in zwei Gruppen einzuteilen. Dieses Ansinnen wurde abgelehnt, jedoch der Beschluß gefaßt, neu aufzunehmende Zünfte gewissenhafter zu prüfen. In Neuwahlen wurde das bisherige Präsidium teilweise bestätigt, teilweise neu gewählt, so Hans Ströhle, Markdorf, zum Stellvertreter von Weibert Zehnder. Der Aufnahmekommission gehörten Dr. Gustav Bender, Stockach, Fritz Künkele, Oberndorf, Willi Regensburger, Hechingen, Albert Sayer, Bräunlingen und als beratendes Mitglied Wilhelm Kutter, Stuttgart, an.

1958
Am 11./12. Januar trafen sich Vertreter von 41 Mitgliedszünften in der Hauptversammlung in Bräunlingen, in der der unverständliche Austritt Oberndorfs zur Kenntnis genommen werden mußte. Es kamen auch Satzungsmängel zur Sprache, die zur Bildung eines Satzungsausschusses unter Federführung von Dr. Gustav Bender, Stockach, führte. Wilhelm Kutter Stuttgart, wurde zum Kulturreferenten bestellt.

1959
Die Hauptversammlung wurde zum 10./11. Januar nach Wolfach einberufen. Einige Aufnahmebewerbungen wurden von der Aufnahmekommission wegen unzureichender Unterlagen und Nachweise zurückgestellt. Wiederum entbrannte eine lange und heiße Diskussion über den geschichtlichen Stellenwert der Zünfte einerseits und dessen Nachweises. Mitten in der schwäbisch-alemannischen Fasnachtslandschaft wurde eine neue „Narrenvereinigung Hegau-Bodensee" gegründet, die vielen jungen, kleinen und vor allem ländlichen Zünften eine Heimat geworden ist. Gegen Jahresende frug der Bund Deutscher Karneval an, ob nicht auch in einem von ihm geplanten Bildatlas, „Die Deutsche Fasnacht", die schwäbisch-alemannische Brauchform einbezogen werden sollte und bat um Einladung eines Sachbearbeiters zur nächsten Hauptversammlung.

1935 bis 1949

1935
Am 2./3. Februar wurde in Offenburg das vierte Narrentreffen durchgeführt. Die Vereinigung zählte jetzt 35 Mitgliedszünfte, die gemäß der neuen Satzung ihren historischen Hintergrund zu belegen hatten. In der Hauptversammlung in Bräunlingen am 9. November wurde heiß darüber diskutiert, ob im nächsten Jahr ein Narrentreffen stattfinden sollte oder nicht.

1936
Oberndorf war Ausrichter des fünften Narrentreffens am 1./2. Februar, das bei strömendem Regen stattfand. Präsident Albert Fischer beschwerte sich beim Badischen Kultusminister Dr. Wacker und wehrte sich gegen die Übernahme von Fasnachtsveranstaltungen durch die NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" (KdF).

1937
In Karlsruhe wird ein Freundschaftstreffen der Narrenzünfte, zu dem der Verkehrsverein aufgerufen hatte, mit Vorführungen und Umzug durchgeführt. Die Teilnahme blieb den Zünften überlassen. Die Mitgliedszünfte wurden satzungsgemäß nach Vorlage geschichtlicher Nachweise eingestuft, was Zustimmung, aber auch Einsprüche zur Folge hatte. Die Einflußnahme der NSDAP und des Staates auf die Vereinigung wird immer größer. Über die NS-Organisation „Kraft durch Freude" sollte ein „Bund Deutscher Karneval" gegründet werden, der die Führungsrolle über Fasnacht, Fasching und Karneval als Gemeinschaft der Volksfasnacht zugedacht war. Er wurde dann auch anläßlich eines Carneval-Kongresses in München gegründet, an dem Präsident Fischer im Auftrag der Vereinigung teilnahm. In der Hauptversammlung in Waldshut am 15. August einigten sich die Mitgliedszünfte auf die Grußform „Narri Narro".

1938
Fand das sechste Narrentreffen der Vereinigung am 6.Februar in Überlingen statt, das wegen der Teilnahme ungebetener fremder Gruppen, die sich in den Umzug einschlichen, im nachhinein für Aufregungen innerhalb der Vereinigung sorgte. In der Hauptversammlung am 3./4. Dezember 1938 wird über den immer stärker werdenden Druck auf die Vereinigung berichtet, die in den Bund Deutscher Karneval eintreten sollte. Der BDK übersendet zu diesem Zweck eine vorläufige Aufnahmebestätigung und fordert die 47 Zünfte der Vereinigung auf, Einzelmitglieder des BDK zu werden. Präsident Albert Fischer wird vom Bund Deutscher Karneval zunehmend als Störenfried empfunden.

1939
Ausbruch des zweiten Weltkrieges. Die Hauptversammlung der Vereinigung sollte in Engen stattfinden, kam jedoch nicht zustande, weil die Vereinstätigkeit zum Erliegen kam.

1945
Die alliierten Siegermächte verbieten nicht nur der Vereinigung und den Narrenzünften, sondern allen Vereinen jegliche Vereinstätigkeit. Die französische Besatzungsbehörde lockerte jedoch im Dezember für kulturelle Vereine ihr anfänglich ausgesprochenes Betätigungsverbot.

1946
Es erfolgten mit Genehmigung der Militärregierung Wiedergründungen einzelner Narrenzünfte.

1947
Im Juni fordert Präsident Fischer 44 Zünfte auf, sich im Einvernehmen mit den französischen Militärdienststellen neu zu formieren und verschickt am 10. Juli an sie ein Rundschreiben bezüglich der Wiedergründung der Vereinigung. Am 3. August fand die erste Präsidiumssitzung nach dem Krieg in Villingen statt, in der die Wiedergründung der Vereinigung vorbereitet wurde. Am 20. August wurde bei der französischen Militärregierung der Antrag zur Abhaltung einer Wiedergründungsversammlung und Erstellung einer Satzung gestellt, was am 9. September von ihr genehmigt wurde. So konnten am 6. Oktober die zwischenzeitlich wiedergegründeten Zünfte eingeladen werden, von denen sich in Villingen zur Wiedergründungsversammlung am 13. Oktober die Narrenzünfte Bräunlingen, Donaueschingen, Gengenbach, Laufenburg, Markdorf, Radolfzell, Rottweil und Villingen einfanden. Albert Fischer, Villingen, wurde zum 1.Vorstand, Fritz Graf, Rottweil, zu seinem Stellvertreter, Gottlieb Grimm, Villingen, zum Schriftführer und Josef Huger Villingen, zum Kassenwart und als Beiräte Albert Sayer Bräunlingen, Albert Wasmer Laufenburg, Anton Könninger Radolfzell, Franz Oschwald, Elzach und Karl Huber, Gengenbach, gewählt. Der Sitzungsbericht und die Statuten wurden der Militärregierung zugeleitet, die daraufhin der Vereinigung am 13. November die endgültige Erlaubnis, Versammlungen abzuhalten, erteilte.

1948
Mit Datum vom 24. April erhielt die „Vereinigung alemannischer Narrenzünfte" die endgültige Zulassung durch die französische Militärregierung, die ihren Wirkungskreis allerdings nur auf das Land Baden beschränkte und das Wort „Schwäbisch" im Vereinsnamen ausdrücklich ausschloß.

1949
Am 16. Januar finden sich in Villingen im Gasthaus „Zum Jägerhaus" 20 von 48 Mitgliedszünften zur Feier des 25jährigen Bestehens der Vereinigung ein. Der Kassenbestand beträgt als Folge der Währungsreform DM 40,56. Es wurden Gesuche bei den Ministerien in Freiburg und Tübingen eingereicht, um die althergebrachten Fasnachtssitten und Bräuche zu schützen. Das Badische Ministerium des Innern gibt daraufhin bekannt: „Die Durchführung althergebrachter Fasnachtsumzüge darf in Orten, in denen sich eine historiche Narrenzunft befindet, nur durch diese geschehen".