NEWS 06.01.2013 - Dr. Heiner Geißler, „die Mutter aller Schlichter“, muss 2013 vor das Stockacher Narrengericht

Heiner Geißler wurde am 6. Januar auf der Dreikönigssitzung des Hohen Grobgünstigen Narrengericht zu Stocken offizielle vor das Narrengericht zitiert. Geißler gehört dabei einer Politikergenration an, die besonders häufig vom Stockacher Narrengericht angeklagt und verurteilt wurde.

Von den damaligen Kabinettskollegen im Bund, mit denen Geißler während seiner Zeit als Bundesminister oder Generalsekretär zu tun hatte, wurden schon vier Bundesminister vor das Kollegium zitiert. Dies waren Hans Dietrich Genscher, Norbert Blüm, Manfred Stoltenberg und der heutige Finanzminister Wolfgang Schäuble.

Heinrichjosef Georg Geißler, wie er mit vollem Namen heißt, wurde am 3. März 1930 in Oberndorf am Neckar geboren. Er war von 1982 bis 1985 Bundesminister für Jugend, Familie und Gesundheit oder anders benannt als „Bundesministerium für Gedöns“ (Zitat Altkanzler Schröder). Von 1977 bis 1989 war er zudem Generalsekretär der CDU. Eine interessante Randnotiz ist auch, dass Geißler in fünf (!!!) von Helmut Kohl geführten Kabinetten tätig war - dreimal in Rheinland-Pfalz und zweimal im Bund. Kohl selber vermochte es nie vor das Stockacher Narrengericht geladen zu werden.

Geißler war seit Ender der 90er Jahr ein gefragter Schlichter. So vermittelt regelmäßig in Tarifkonflikten. Zwischen 1997 und 2002 war er insgesamt viermal als Schlichter im Bauhauptgewerbe tätig. Weitere Schlichtungsrunden begleitete er bei der Deutschen Telekom und im Tarifstreit zwischen der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer und der Deutschen Bahn. Dass er Jahre später wieder als Schlichter der Deutschen Bahn gegenüberstehen würde und zur „Mutter aller Schlichter“ aufsteigen würde, hatte er zum damaligen Zeitpunkt nicht geahnt. „Stuttgart 21+“ lässt grüßen.

Vielleicht wurde er gerade aufgrund seiner Erfahrung als Schlichter in das widerspenstige badische Städtchen Stockach zitiert und die Ladung vor das Narrengericht ist nur als Alibi vorgeschoben. Strittige Themen gibt es jedenfalls zu Hauf. Er könnte so den Streit um die Wiedereinführung des alten Autokennzeichen STO schlichten. Er könnte weiter die aktuelle Kreisverkehrsproblematik mit Brüssel auflösen. Oder er könnte sprichwörtlich gleich zwei Fliegen mit einer Klappe erschlagen, indem er Verkehrsminister Ramsauer in Sachen Fluglärmabkommen und Straßenausbau B31 zum richtigen Durchblick verhilft.Stockacher_Narrengericht

Das Narrengericht wird es am Schmotzige Dunschtig, dem 7. Februar im Jahre 662 nach Kuony entscheiden, ob es zu einer Verhandlung gegen Geißler oder zu einer weiteren öffentlichen Schlichtung a la „Stockach 21 Plus“ kommen wird.

Betrachtet man das derzeitige noch amtierende Bundeskabinett, so ist dieses stark mit ehemaligen Beklagten und damit auch Verurteilten durchsetzt. An der Spitze steht Angela Merkel. Die Kanzlerin musste 2001 vor das Narrengericht treten. Ihr folgte unmittelbar der amtierenden Außenminister Guido Westerwelle, der im Jahre 2002 in Stockach weilte. Im letzten Jahr 2012 stand Vizekanzler Philipp Rösler vor dem närrischen Gericht und musste seine Strafe auch liefern. 1990 stand der jetzige Finanzminister Wolfgang Schäuble und später im Jahre 1997 Annette Schavan als erste Frau vor den Schranken des närrischen Gerichtes. Dass man trotz einer Vorladung (2005) des Stockacher Narrengerichtes noch juristische Kariere machen kann, beweist jüngst die Berufung des Saarländers Peter Müller zum Verfassungsrichter. Weitere News und die Liste aller Beklagten findet man unter www.narrengericht.de