Weitere Fastnachtsmuseen

Ein so mannigfaltiges Thema wie die schwäbisch-alemannische Fastnacht erlaubt die bestehende Vielzahl von kleineren und größeren Fastnachtsmuseen allemal. Nachfolgend möchten wir auf ein paar dieser Museen aufmerksam machen.

Partnermuseen Fastnachtsmuseum Narrenschopf Schlossnarrenstuben Bonndorf Oberrheinische Narrenschau Kenzingen Fastnachtsmuseum Schloss Langenstein

Mit einem Klick auf den entsprechenden Teil des gemeinsamen Logo's gelangen Sie direkt zu einem der Partnermuseen.

Weitere bedeutende Museen sind: der Niggelturm in Gengenbach und das deutsche Fastnachtsmuseum in Kitzingen.
Darüber hinaus unterhalten viele Narrenzünfte eigene, kleine aber feine Ausstellungen über ihre Ortsfastnacht. Informieren kann man sich hierüber bei den Zünften direkt, oder bei den jeweiligen Fremdenverkehrsämtern.

Fastnachtsmuseum Narrenschopf

Im Zentrum des Vereinigungsgebietes, in Bad Dürrheim, liegt das 1973 errichtete Fastnachtsmuseum Narrenschopf. Das Museum, in dem sich zugleich die Geschäftsstelle und das Zentralarchiv der Vereinigung befinden, ist, mit rund 300 ausgestellten Narrenfiguren auf über 1.200 qm Ausstellungsfläche, das wohl größte Museum der schwäbisch-alemannischen Fastnacht.

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Betrieben wird das Museum seit 1980 vom Verein Narrenschopf Bad Dürrheim e.V.. Im Jahr 2002 sind zudem beinahe alle ausgestellten Häser in den Besitz der Kulturstiftung der Schwäbisch-Alemannischen Fastnacht übergegangen, Träger ist jedoch nach wie vor die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte e.V..

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2011 wurde das Museum nach über 30 Jahren Dauerausstellung vollkommen umgestaltet und saniert. Es entspricht seit der Neueröffnung am 28. Januar 2012 nun erneut den museumspädagogischen und gestalterischen Ansprüchen, welche an das zentrale Fastnachtsmuseum der schwäbisch-alemannischen Fastnacht zurecht gestellt werden

 

Aktuelle Neuigkeiten und alles Wissenswerte rund um den Narrenschopf finden Sie wie gewohnt hier www.narrenschopf.de.

Doch die schwäbisch-alemannische Fastnacht ist in ihrer Mannigfaltigkeit nur schwer zu überbieten; so ist es nur logisch, dass es auch andere Museen gibt, die sich diesem Thema ausführlich gewidmet haben, auch auf diese möchten wir hier hinweisen.

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Fastnacht und Museen

Narrenschopf in Bad DürrheimFastnacht und Museen - das klingt wie ein Widerspruch. Schließlich sind die bunten Formen schwäbisch-alemannischer Narretei ja eben kein verstaubter Plunder aus der Mottenkiste der Vergangenheit, sondern eine quicklebendige Facette südwestdeutscher Gegenwartskultur. Wozu also dennoch ins Museum damit? Die Antwort ist einfach: Weil das närrische Treiben landauf landab, um den Reiz des Besonderen nicht zu verlieren, auf wenige Tage im Jahr beschränkt bleibt, erschließt sich den Aktiven wie dem Publikum immer nur ein begrenzter Ausschnitt davon. Um die ganze Vielfalt des fastnächtlichen Mummenschanzes im schwäbisch-alemannischen Raum „live" und „vor Ort" mitzuerleben, würde ein Menschenalter nicht ausreichen.

Wer sich trotzdem außerhalb der Fastnachtszeit als Maskenträger, Zunftmitglied, Zuschauer, Feriengast oder Tourist einen Gesamteindruck von dem verschaffen will, was die praktizierenden Narren als ihren „höchsten Feiertag" bezeichnen, der findet in den Fastnachtsmuseen, was er sucht: Hier sind die Maskengestalten, die „althistorischen Aristokraten" aus den Hochburgen ebenso wie die jüngeren, erst vor wenigen Jahrzehnten aus der Taufe gehobenen, nach Typen und Landschaften geordnet, versammelt und beschrieben. Hier werden die Brauchformen gezeigt und erklärt, die Traditionen und geschichtlichen Zusammenhänge erläutert und dokumentiert.

Erst ein Gang durch die Museen, die von den verschiedenen Narrenvereinigungen mit viel Idealismus und Sachkenntnis eingerichtet wurden, weitet den Blick vom Detail aufs Ganze und öffnet die Augen für das, was schwäbisch-alemannische Fastnacht in ihrer vollen Breite ausmacht.

Der aus der Ferne angereiste Besucher spürt etwas vom Wesen der Landschaft und ihrer Bewohner, und der Einheimische entdeckt, dass seine eigene Fastnacht – bei allem Lokalpatriotismus – nicht der Nabel der Welt ist, sondern dass es daneben noch viele andere schöne Fastnachten gibt. Gerade die Museen mit ihren überregionalen Vergleichsmöglichkeiten machen deutlich, wie wenig Fastnacht mit engstirnigem Provinzialismus zu tun hat und wie sehr sie grenzüberschreitend, ja gesamteuropäisch geprägt ist. Das närrische Brauchtum des deutschen Südwestens hat seine fröhliche Farbigkeit stets dadurch erhalten, dass es sich von außen befruchten ließ, dass es italienische, Tiroler, französische, selbst türkische Motive aufnahm und sich offen zeigte für das Fremde, ohne dabei die eigene Identität zu verlieren.

Vor allem aber vermitteln die Narrenmuseen im Ländle dies: Schwäbisch-alemannische Fastnacht ist mehr als bloßes Ausflippen und schrille Komik, mehr auch als nur Jubel, Trubel, Heiterkeit. Sie ist ein Spiegel von Land und Leuten, ein Stück Identität der Bevölkerung und ein Schlüssel zu den Herzen der Menschen, die hier leben.

 

Von Werner Mezger