Fastnacht / Fasnacht / Fasnet / Fasent /

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Begriff Definition
Fastnacht / Fasnacht / Fasnet / Fasent /

Schwellenfest vor Beginn der Fastenzeit, Nacht vor den Fasten. An diesem Tag wurden die in der Besinnungszeit verbotenen Speisen vertilgt: Fleisch, Eier, Fett, Alkohol etc. So entstanden auch die fetten Fastnachtsküchlein und sonstigen üppigen Fastnachtsspeisen. Die Metzger mussten Gelegenheit bekommen, während der 40 Fastentage finanziell überleben zu können, d. h. sie hatten das Vorrecht, die Fastnacht mit ihren Waren zu beliefern, das Fest zu organisieren und so noch einmal Geld einzunehmen. Ein Fress- und Sauffest mit Verkleidung, derbem Spaß und sonstiger Ausschweifung. Der Tag wurde auch zum beliebten Hochzeitstermin. Da die Fastenzeit nicht angenehm war, kann man die Fastnacht, das Fest der Aufhebung der normalerweise geltenden Regeln, das Ausleben der Verkehrten Welt, auch als Sozialventil ansehen. Romantische Namensherleitungen wie „Faselnacht“, also fruchtbare Samennacht, haben sich mittlerweile etwas abgenutzt. Wiewohl man nicht darüber hinweg sehen sollte, dass die Fastnacht von der christlichen Kirche nicht gemocht worden ist und kaum instrumentiert, und dies nicht ohne Grund. Sie hat die Fastnacht stets bekämpft, dagegen angepredigt und verboten. Die Kirche nämlich wusste genau, was sich alles hinter diesem Fest versteckt(e) und suchte immer mit Nachdruck dagegen vorzugehen. Die endlos sich durch die Zeiten hinziehenden Fastnachtsverbote bestehen nicht von ungefähr: Der Narr als Dämon, egal welcher Provenienz, Vertreter der linken Welt, des absolut Bösen. Die Fastnachtszeit beginnt im Schwäbisch-Alemannischen am Dreikönigstag, am Schmutzigen Donnerstag fängt dann die hohe Fastnachtsaktivität an. Diese umfasst nachfolgend theoretisch Bromigen Freitag, Fastnachtssamstag, Fastnachtssonntag, Fastnachtsmontag (im Rheinischen Rosenmontag), Fastnacht(sdienstag), um am Abend vor Aschermittwoch zu enden. Aber auch nur theoretisch, denn jeder Flecken hat seine eigenen Ansichten oder Traditionen. Je nach Region und Ortschaft gibt es eben auch Nachzüglerveranstaltungen am Aschermittwoch oder Fastnachtsfeuer, in der Regel am Sonntag Invocavit (eine Woche nach dem Fastnachtssonntag), Narrenbaumversteigerung usw. Ein regionales Phänomen, besonders im evangelischen südbadischen Markgräflerland, ist die Bauernfastnacht, die meist eine Woche nach Fastnachtssonntag abläuft. (Die kommen hinterher „wiè d alt Fâsnacht“.) Auch der Hirschmontag (Hutmontag, Tschäbberliméndig) wird am Montag nach Aschermittwoch da und dort noch wieder gepflegt, zum Beispiel in Furtwangen. Am Dienstagabend aber laufen die Endbräuche der Fastnacht ab, wie Fastnachtsverbrennen oder –versäufen, Kehraus usw. Fastnacht ist außerdem: Immerwährendes und beliebtes Thema zum toleranten und abgeklärten Austausch der verschiedensten kulturellen Gewissheiten.