Kappenabend

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Begriff Definition
Kappenabend

Früher, als die Fastnacht noch Bodenhaftung hatte und die Reichs-, Renten- oder D-Mark dem Menschen nicht so üppig aus der Tasche quoll, vom Euro war noch keine Rede, von Währungsreformen schon, als Holzmasken kein „must“ waren und alles noch eine Nummer kleiner ging, in jenen fernen Zeiten wovon der Archivar raunt, da gab es die segensreiche Einrichtung des Kappenabends: Die Leute im Stadtquartier trafen sich in der Beiz, in der sie sich immer und gerne trafen, wo sonst, dort im Nebenzimmer, und „machten Fasnacht“. Man tanzte zur vom Wirt organisierten Musik, diese war in der Regel schlecht, aber tanzen konnte eh keiner, trank sein Viertele oder Bier, kein Edelkracherl, höchstens Sprudel, aß eine Kleinigkeit, die nicht der nouvelle cuisine asiatisch-südamerikanischen Einflusses angehörte und war ganz einfach lustig. Echt. Für dieses Privileg hatte man als Eintrittsgeld 50 Reichs-, Renten- oder D-Pfennige zu begleichen und bekam dafür ein Papphütchen, das man sich artig aufsetzte. Auch man gehörte jetzt dazu. Nu, man kennt das ja. Diese einfache und spontane Wilde Fastnacht ist leider etwas außer Mode gekommen. Schade eigentlich, denn sie hat wirklich gelebt. Ganz einfach so.