Wilder Mann / Wildes Weib / Hexe

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Begriff Definition
Wilder Mann / Wildes Weib / Hexe

Der Wilde Mann kommt nicht nur im täglichen Leben vor, Straßenverkehr, Militär etc., sondern auch in der Fastnacht. Unkultiviert-kreatürliche Gestalt aus dem Walde, gern in Blätter, Tannenzweiglein, Flechten oder ähnlich Biologisch-Natürliches gekleidet. Lebt gesund und tritt beispielsweise in Furtwangen als Bodenwälder auf. Dieser Typ steht für den Ungläubigen, nicht Gottgläubigen, was im christlichen Verständnis einhergeht mit lustig-ungesittetem Vorsichhinleben, ohne sich über das materielle Wohlergehen hinaus denkend ums Transzendent-Hieratische zu kümmern. Und schon gar nicht um Dogmen. Der Aschermittwoch ist ihm kein Anliegen. Halt ein Narr. Seine Partnerin kann das Wilde Weib sein, dessen philosophischer Horizont dem seinen entspricht. Die Narreneltern Adam und Eva lassen grüßen. Das Wilde Weib hat sich hie und da zur Hexe entwickelt, bei Beibehalten des Niveaus. Kam zu Anfang auch ganz ohne Maske oder mit einem Küchenvorhänglein vor dem Gesicht aus. Besonders Kinder „machten das Hexlein“. Diesem Vorgang gaben die Brüder Grimm mit ihren Gestalten Schützenhilfe und fachten die Fantasie von frühen Designern an, die im Glücksgriff, vom Grimm’schen Märchenvorbild zehrend, einen edleren Prototyp für die närrische Ungebundenheit schufen, was anfangs aber von den Narren gar nicht gern gesehen wurde. Hat sich aber, wie alles, was nicht gern gesehen wird, letztendlich durchgesetzt. Ein schönes Beispiel für die Wirksamkeit der Dialektik: „Du willst Narro, ich will Percht, daraus wird dann die Hex gewercht.“