Wuescht

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Begriff Definition
Wuescht

Villinger Narrengestalt, heruntergekommener Weißnarr. Bot sicher, neben anderem, auch der ärmeren Bevölkerungsschicht die Möglichkeit mit dem Abgelegten der Reichen ihre Fastnacht zu machen. Er trägt ein abgetragenes altes Narro-Häs mit strohgestopften Hosen, Zeichen des unförmigen sündigen Leibes, und hält seine abgebrauchte Scheme mit der Hand schräg vor das Gesicht. Wahrscheinlich waren die Masken der Großkopfeten zu weit und haben vor den Gesichtern der Hungerleider geschlackert. Außerdem führt er einen Reisigbesen. Auf dem Rücken trägt er einen Tisch. Dieses Symbol der lästerlichen Verfressenheit, Todsünde im christlichen Verständnis, wurde früher mit Steinen beworfen, heute, als späte Folge der Aufklärung, nur noch mit Tannenzapfen, und so symbolisch aus der Gemeinschaft gejagt. Am Ende der Fastnacht wird das Stroh, Sündensymbol, verbrannt. Man denke auch an den italienischen Pagliaccio (Strohmann) oder den Bajass (frz. paillasse = Strohsack). Und schon sind wir wieder bei der commedia dell’ arte und beim Hanswurst. Gell, do guckscht.